Donnerstag, 29. September 2016

Die Linden brauchen keine Heiligsprechung!

Architekt Jürgen Staud aus Salem befasste sich mit den zwei riesigen Linden, die bei einer Entfernung der Trockenmauer in Gefahr geraten. Er schreibt:

Muss die Natursteinmauer wirklich fallen ?

Die Untersuchung des vorhandenen Baumbestandes und seines Umfeldes auf dem künftigen LGS-Gelände war wohl doch etwas oberflächlich. Aber was hat die Mauer mit den Bäumen zu tun ?

Auf dem kleinen Grundstück östlich vor dem ehemaligen Campingplatz stehen zwei ca. 110 Jahre alte Sommerlinden die zwar nicht zum „Heiligtum“ erklärt wurden, wie Herr Sorms als Demeter-Landwirt und Gemeinderat der LBU / Grünen vor einigen Tagen bereits feststellte, doch sind sie im „Baumerhaltungsplan“ vom 24.5.16 immerhin als „besonders erhaltenswert“ bzw. „erhaltenswert“ eingestuft und beide zusätzlich als „Bäume mit Biotoppotential“ ausgewiesen. Bei ihren Größen von ca. 30 m bzw. 35 m Höhe und einem Kronendurchmesser von ca. 18 m bzw. 20 m braucht man hoffentlich nicht befürchten, dass sie bei der angekündigten Neukartierung durch die Stadtverwaltung durch das Raster fallen.

 Aber zurück zur Mauer. Diese steht ca. 4,20 m bzw. 5,40 m von den Linden in Richtung See entfernt. Linden haben eine Pfahlwurzel und zusätzlich weit ausladende Seitenwurzeln um dieses Riesenbiotop nicht nur zu versorgen, sondern ihm auch einen sturmfesten Stand zu geben. Beim Entfernen der heiß umkämpften Mauer und beim Geländeabtrag, egal ob für einen Flachufer- oder Steiluferbereich, verlieren die beiden als Naturdenkmal registrierten Linden, die mit ihren Kronen mind. 3,0 m über das Wasser ragen, ihre Standfestigkeit und werden Opfer einer unüberlegten Handlung. Aus den LGS Plänen ist zu ersehen, dass der abgeschrägte Uferbereich bis an die Baumstämme reichen soll.

Übrigens, die beiden Linden bilden zusammen mit einer ebenfalls sehenswerten, seitlich aus der Mauer wachsenden Zwillingspappel - mit ähnlichem Alter und 35 Meter Höhe - ein Trio, das aus Seesicht eine markante Landmarke darstellt.

Diese Tatsachen müssten doch auch eine LGS-Verwaltung sowie einen Gemeinderat einschl. Demeter-Landwirt umstimmen und zu einem Kompromiss und einem Teilerhalt der viel zitierten Natursteinmauer beitragen. Eine Besichtigung vor Ort ist jederzeit möglich, denn das Grundstück ist jetzt frei zugänglich. Ein alter, schön gewachsener Baum ist schon mit Respekt und Anerkennung zufrieden und benötigt keiner „Heiligsprechung“.  


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