Dienstag, 20. September 2016

LBU will Bäume fällen

Die LBU (Liste für Bürgerbeteiligung und Umweltschutz) im Stadtrat will am Fällen der Bäume für die LGS festhalten. Das erklärt Stadtrat Walter Sorms heute in einem Südkurier Interview.
Er will angeblichen Bürgerwillen umsetzen, das sei seine Aufgabe als Stadtrat. Ist es wirklich Bürgerwille, was hier passieren soll?

„Bäume sind keine Heiligtümer“ sagt Herr Sorms. Teilweise mag er Recht haben, so ist sein Tisch oder Bodenbelag  (hoffentlich) aus ökologisch nachhaltigem Holzanbau gefertigt worden. Kein Bürger hat jedoch 2013 das Fällen von 200 Bäumen (45 davon sind schon weg) im Bürgerpark und an der Promenade gewollt! Für eine Gartenschau sollen Bäume fallen , die größtenteils sogar unter Denkmalschutz stehen? Beim LDA wurde erkannt, über welche kulturhistorisch wichtigen Schätze Überlingen verfügt, aber die heimischen Entscheidungsträger bleiben unbelehrbar.  Mindestens 3500 Bürger haben es zornig verstanden: Bäume mit fast 5 Meter Umfang und bis zu 35 Meter Höhe werden gefällt, um durch  6 cm Stämmchen aus der Baumschule ersetzt zu werden. Die wenigsten davon werden im LGS Gelände gepflanzt, die meisten in den städtischen Randbezirken oder in den Ortsteilen.

Alles für eine Architektenideologie, die Bäume nicht will: Frau Mommsen sollte vor einigen Jahren die Umgestaltung der Forsthochschule(!) Rottenburg planen. Nach ihrem Willen sollten alle Bäume weg, alle Grünflächen versiegelt werden. Auch dort plante sie ein „Ambiente wie die Piazza in Siena“.  Das aber wollte man gar nicht, den Auftrag bekam ein anderes Büro. Bei uns: Von 28 Büros wollten 27 die Allee erhalten, nur die Gewinnerin nicht. Zum Glück konnten wir unsere Promenadenbäume und die Kastanien am Chantilly Platz noch vor diesem Wahn retten. Zehn der mächtigen Trauerweiden am Campingplatz sollen in Kürze fallen. Mindestens die Hälfte könnte selbst bei unveränderter Planung problemlos erhalten bleiben. Doch sie passen nicht in die Ideologie.
Statt unter dem herrlichen Schatten der Allee mit integrierten Seezugängen sollen Radler künftig eingezwängt zwischen Bahn und Straße schattenlos rollen. Den bisher einzigen sicheren Badeplatz an der Uferbastion, barrierefrei und kindgerecht, einer weiteren Ideologie für Zyklopensteine zu opfern, hat nichts mit Heiligtum zu tun. Das ist, Entschuldigung, extrem teurer planerischer Schwachsinn. Den Traum vom freien Baden in diesem Bereich sollte man schnellstens austräumen. Das ganze Gebiet ist wegen der extrem steilen Unterwasserlandschaft für ungeübte Schwimmer lebensgefährlich.

Herr Sorms, erfüllen Sie das B und  das U in LBU mit Taten. Dafür sind Sie mal angetreten.

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