Dienstag, 8. November 2016

Wahlnachlese

Das muss man erst mal verdauen, das Wahlergebnis zur OB Wahl. Mit so einem Ergebnis hat wohl kaum einer gerechnet, aber die Wähler wissen schon, was sie tun.
Für Herrn Dr. Müller hätte sich die BÜB ein besseres Ergebnis gewünscht. Immerhin war er der einzige Kandidat, der sich zum Erhalt der denkmalgeschützten Platenenallee ausgesprochen hatte.  Wohl wissend, dass er damit einen anderen Teil der Wähler nicht gewinnen kann. In den Augen vieler Bürger wurde er leider auf diese Aussage reduziert, aber auch in den einseitigen Fragen der Medien. Dabei hatte er ein enorm umfangreiches Programm vorgestellt, mit vielen guten Ideen zu Themen, die rein gar nichts mit der Baumallee zu tun haben. Unvergessen seine 15 Minuten Vorstellung im Kursaal, die er absolut perfekt absolvierte.

Dass Frau Becker so massiv abgestraft würde, hatte aber auch keiner erwartet. Oder war es eben doch zu erwarten? Ihre nicht nur in Baumfragen absolut kompromisslose Haltung, ihre Trickserei, ihre Blockade von Gemeinderatsbeschlüssen, möglicherweise auch ein übersteigertes Geltungsbedürfnis im HalloÜ, andererseits fehlende Bürgernähe - alles kann ein Baustein für ihren eklatanten Misserfolg gewesen sein. Aber auch ihre "Beratungsresistenz", wie es ein Stadtrat formuliert. Dass Frau Becker sich im Kreis der BÜB keine Freunde geschaffen hat, war ja zu erwarten. Dass aber fast 82% der Wähler für einen anderen Kandidaten gestimmt haben, das sollte ihr zu denken geben. Da kann nicht alles so gut in den letzten 8 Jahren gewesen sein, wie sie es den Wählern immer weismachen will.

Wie geht es nun weiter? Am 27.11. ist der zweite Wahlgang, zu dem die Kandidaten Zeitler, Kirchmann und Becker nochmals antreten. In der Zwischenzeit sollten sich alle Gedanken darüber machen, was sie besser machen könnten. Die Herren Zeitler und Kirchmann sollten sich überlegen, doch für einen möglichen Kompromiss in der Baumfrage einzutreten. Eine komplette Verweigerung, wie es Frau Becker praktiziert, führt sichtlich zu keinem Erfolg und noch weniger zu einem Miteinander in der Bürgerschaft. SPD Mitglied Herr Zeitler sollte sich Gedanken machen, ob es gut sein kann, als vorgeblich parteiunabhängiger Kandidat von der SPD unterstützt, von der Jungen Union gefördert und von den Freien Wählern finanziert zu werden. Und ob es richtig sein kann, dass seine Frau die Geschäftsführerin der LGS Überlingen GmbH wird, die er dann möglicherweise als Vorsitzender des LGS Aufsichtsrates kontrollieren muss. Da die AR Sitzungen immer nichtöffentlich sind, kann da schnell der Vorwurf einer familieninternen Kungelei entstehen. Das wollen die Bürger eher nicht mehr.

Herr Klaus Kirchmann hat sich im ersten Wahlgang über Erwarten gut behauptet. Er hat natürlich den Vorteil einer umfassenden Ortskenntnis, ist in Überlingen fest verwurzelt. Wenn er sich nun auch wenigstens ansatzweise mit den Wurzeln der denkmalgeschützten Platanenallee identifizieren könnte-das würde uns gefallen.

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