Donnerstag, 20. Juni 2019

Ersatz für gefällte Bäume LGS Gelände

So ist es korrekt: Kaum ist unsere Anfrage nach den Standorten der Ersatzpflanzungen gestellt, schon ist sie beantwortet. Zur Erinnerung: Wir hatten in der Bürgerfragerstunde des Gemeinderates gefragt, wann und wo die notwendigen Ersatzpflanzungen für die etwa 200 Bäume sind, die im Zuge der LGS Baumaßnahmen gefällt wurden. Darunter die bis zu 120 Jahre alten Platanen der denkmalgeschützten Allee.


Von der Stadtverwaltung kam nun eine detaillierte Aufstellung, siehe unten. Wobei ein neu gesetzter Jungbaum natürlich erst in vielen Jahrzehnten die Grünmasse hat und damit die CO2 Umwandlung leistet, wie es ein alter Großbaum kann. Schon 2016 hatten wir das  durch Fachleute mal berechnen lassen.



Standort                           Baumart             Anzahl ausgeführt   Anzahl geplant 2019/2020
Lippertsreuter Straße       Tulpenbaum          17
Lippertsreuter Straße       Zierbirnen             14
Andelshofen Alte Poststraße  Holl. Linde     15                              21
Lippertsreuter Straße       Eichen                     0                             18
Obere St.Leonhardstraße Blasenbaum          10
Rauensteinstraße              Holl. Linde           10                               3
Aufkircherstraße              Tulpenbaum            3
Aufkircherstraße              Zierbirne                 5
Rengoldshauser Straße    Krimlinde                3
Anlage Rauenstein           Winterlinde             1
Anlage Rauenstein           Ungar. Eiche           1
Analge Rauenstein           Hickorynuss            1
Breitleanlage                    Maulbeere               1
Kesselbachgraben            Seidenbaum             1
Stadtgarten                       Seidenbaum             1
Schloss Rauenstein          Blumenesche           2
Badgarten                         Säulenbuche            2
Victor Mezger Straße       Felsenbirne              1
Christian Lahusen Straße Schmalbl. Esche      1
Rengoldshauser Straße    Säulentulpenbaum    1
Luisenhöhe                       Säuleneiche              2
Barbelgängle                    Eisenholzbaum         1
Auf dem Stein                  Felsenbirne               1
Summe                                                             94                           42

Summe Ersatzpflanzungen im Uferpark                  54
Summe bereits vollzogener Ersatzpflanzungen     148
Summe Plan und Vollzug Ersatzpflanzungen        190
Nach Baumschutzsatzung erforderlicher Ersatz    103
Summe zusätzlicher Ersatzpflanzungen                   87

Was uns natürlich noch interessiert, ob die Ersatzpflanzungen, die auf Grund der LGS notwendig wurden, auch durch die LGS GmbH bezahlt wurden.

Freitag, 7. Juni 2019

Bürgerfragen im Gemeinderat

Wie zu jeder ersten GR Sitzung im laufenden Monat wird es den Bürgern ermöglicht, Fragen zu stellen. In der letzten Sitzung am 5.6.2019 gab es wieder diverse Anfragen.


Frage: BÜB+ Vorsitzender Dirk Diestel fragte an, ob die neu gestrichene strahlendweiße Fassade am Gebäude Münsterstraße 39  (früher Zigarrenladen) entsprechend §17 der Altstadtsatzung mit der Verwaltung abgesprochen wurde. 
Antwort Herr Längin: Er wisse es nicht, würde sich bei seinen Mitarbeitern erkundigen und per email berichten.
Wir meinen: Strahlendes Weiß passt dort gar nicht hin, kaum vorstellbar, dass dies entsprechend der Altstadtsatzung dem historischen Vorbild angepasst sein soll.

Frage, ebenfalls durch Dirk Diestel: Laut Gemeindeordnung ist die Verwaltung verpflichtet, die Protokolle der öffentlichen Sitzungen des GR zu veröffentlichen. Die Protokolle fehlen seit August 2018 vollständig. Auf eine schriftliche Anfrage nach den Gründen kam keine Antwort.
Antwort Herr OB Zeitler: Das Problem sei bekannt, er entschuldige sich. Durch Personalwechsel, Krankheiten und viel Arbeit sei das bisher nicht erfolgt. Er sagte jedoch zu, dass die Protokolle schnellstmöglich online gestellt werden.
Wir meinen: Der §38 der GemO ist da eindeutig, noch klarer sagt es der §41b(5):"Die in öffentlicher Sitzung des Gemeinderats oder des Ausschusses gefassten oder bekannt gegebenen Beschlüsse sind im Wortlaut oder in Form eines zusammenfassenden Berichts innerhalb einer Woche nach der Sitzung auf der Internetseite der Gemeinde zu veröffentlichen." Darauf wird die BÜB+ bestehen.

Frage eines Bürgers, vorgetragen durch Dirk Diestel:  Im künftigen LGS Uferpark wurden über 200 Bäume gefällt, die durch Ersatzpflanzungen kompensiert werden müssen. Im Uferpark selbst wurden bisher etwa 35 Jungbäume gesetzt, wo und wann wurden die restlichen Ersatzbäume gepflanzt?
Antwort Herr Leitner, LGS GmbH: Im Uferpark seien bisher etwa 60 Jungbäume gepflanzt worden. Die übrigen seien im Bereich Rengoldshauser Straße, Lippertsreuter Straße, Rauensteinstraße und in Andelshofen gepflanzt worden. Das Soll sei erfüllt.
Wir meinen: Etwa 150 neue Bäume im Stadtbereich müssten doch gut auffallen. Wir werden Herrn Leitner bitten, eine detaillierte Aufstellung der Standorte zu senden.

Herr Graf fragt: Die Wasserleitung vom Andele zum alten Kraftwerk am Mantelhafen verläuft genau durch ein Grundstück in der St.Johann Straße, das Haus dort wurde jetzt abgerissen, zum Teil wurde dort tief abgegraben. Wie ist sichergestellt, dass das Rohr nicht beschädigt oder gar entfernt wird und stets zugänglich bleibt?
Antwort Herr Längin: Das ganze Rohr samt Kraftwerk steht unter Denkmalschutz. Es ist bereits zum Teil verfüllt. Es muss aber in der Lage wie jetzt bleiben. Eine teilweise Überbauung sei zulässig.
Wir meinen: Nach wie vor ein Riesenfehler, dass die Verfüllung nichtöffentlich im AR der Stadtwerke beschlossen wurde. Der grünste und nachhaltigste Strom überhaupt wird durch Wasserkraft erzeugt. Das Gutachten, dass die Schäden und die Unwirtschaftlichkeit eines weiteren Betriebes belegen soll, ist  bisher nicht öffentlich gemacht worden.

Ein Bürger fragt: Kann man prüfen, die Sitzungen des GR in den Vorraum zu übertragen, damit auch die Bürger, die nur kurz bleiben wollen oder können, die Sitzung dort mit Bild und Ton verfolgen können? In Konstanz würde es so gemacht.
Antwort Herr Zeitler: Man werde den interesanten Vorschlag prüfen.
Wir meinen: Dann könnte man doch gleich prüfen, die Sitzungen per Livestream online zu übertragen.

Herr Jäger fragt: Ob die Pflasterung der Löwengasse auch mit den stadtfremden Steinen gepflastert wird wie schon die Promenade oder demnächst der Bereich der Hafenstraße. Das alte Pflaster sei nicht nur schöner, sondern orthopädisch deutlich gesünder zum Begehen.
Antwort Herr Zeitler: Dass das neue Pflaster orthopädisch ungesund sei, ließe er mal offen. Auf jeden Fall bleibt alleine schon aus Kostengründen das Pflaster der Löwengasse erhalten.
Wir meinen: Orthopädisch gesund oder nicht: Dem Stadtbild fremd ist das neue Pflaster aus asiatischen Steinbrüchen auf jeden Fall.

Mittwoch, 5. Juni 2019

2 Jahre zu spät: Überlinger fahren nach Chantilly

Vor genau 32 Jahren feierten die französische Stadt Chantilly und Überlingen Hochzeit. Für Überlingen die erste Städtepartnerschaft. 1990 kam dann noch die sächsische Stadt Bad Schandau hinzu.

Eine Menge Wasser ist in den nunmehr 32 Jahren den Rhein und die Seine hinab geflossen. Gering dagegen sind leider die Kontakte in die Partnerstädte geworden. Lediglich der Cercle Franco Allemande mit seinen engagierten Mitgliedern reist noch regelmäßig nach Frankreich, meist zum dortigen Weihnachtsmarkt. Selbst der Besuch der Freunde aus Chantilly im Jubiläumsjahr 2017 in Überlingen blieb nahezu unbeachtet: Nicht weil vielleicht kein Interesse vorhanden war. Die Überlinger Stadtverwaltung feierte schlicht nichtöffentlich unter sich im Nußdorfer DGH. Selbst die Presse war damals unerwünscht.

Jetzt also fährt eine Delegation zum Gegenbesuch. Zwei Jahre zu spät, aber immerhin. Doch wieder gibt es keine offiziellen Einladungen an die Bürger, ob man nicht gerne mitfahren möchte. Wieder läuft es nichtöffentlich. Wieder scheint auch die Presse von nichts zu wissen.

1987: Unterzeichnung der Urkunde in Chantilly (Foto: Diestel)
Fritz Zugmantel erklärt, wie ein Hänsele "juckt".(Foto: Diestel)
Die treibenden "Motoren" aus der Verwaltung von 1987 sind alle im Ruhestand. Peter Männer, Thomas Vogler und natürlich der damalige OB Reinhard Ebersbach-ohne diese und andere wäre aus der Partnerschaft nichts geworden. Der damalige Stadtrat Fritz Zugmantel war dabei, Lothar Fritz ebenso. Das Ehepaar Haarbach. Unvergessen beim Festakt Zugmantels Erklärung, dass so ein Überlinger Hänsele "juckt". Der bedauernswerte französische Dolmetscher musste mehrfach den Sinn erfragen, um es korrekt übersetzen zu können. Letztendlich machte es Zugmantel vor, wie man "juckt". Unter lautem  Gelächter und Beifall verstand es nun auch jeder Franzose. 
In der Folge reisten die Feuerwehr (unvergessen die Begeisterung und das Engagement vom damaligen Feuerwehrkommandanten Gustav Barth) und das DRK unter Rolf Benedens nach Chantilly, Schülergruppen, der FC, Chöre und andere Vereine ebenfalls.

Schon vor einigen Monaten schrieb ich hier über den sehr  traurigen Zustand unserer Städtepartnerschaften, als erstmals eine dritte Partnerschaft mit dem englischen Epsom vorgeschlagen wurde. Meine persönliche Meinung hat sich nicht geändert: Wir müssen zunächst die alten Freundschaften beleben, bevor man an neue denkt. Dazu gehört auch, dass unser OB Zeitler endlich mal einen Antrittsbesuch in Bad Schandau macht.

Übrigens: Die Fahrt nach Chantilly findet vom 21.-23.6. statt. Wer Lust hat, sollte einfach mal im Büro von OB Zeitler anfragen: Vielleicht gibt es noch Platz im Bus. Ich bin auf jeden Fall dabei, im Gepäck mein dickes Fotoalbum von 1987.  Und einige der fotografischen Ansichten von Chantilly, die ich 1987 in der Sparkasse ausstellte. (Dirk Diestel)