Freitag, 7. Dezember 2018

Grundgraben: 11 Bäume weg

Die Stadtverwaltung lernt es einfach nicht: Wieder wurden ohne vorherige Ankündigung bedeutende Bäume, fast ein kleiner Wald,  abgesägt. Dieses Mal sind es elf, darunter zwei mächtige Bäume, im Eingangsbereich des Grundgraben, etwa gegenüber dem Quellturm.
Ein aufmerksamer Bürger informierte uns umgehend, fragte, ob wir davon etwas wüssten. Nein, auch wir wissen nichts, haben aber umgehend heute eine Anfrage an die Pressestelle der Stadt geschickt:

"...nach einer uns weitergebenen Information und dann eigenem Augenschein wurden im Grundgraben, gegenüber vom Quellturm, gestern etwa 11 Bäume gefällt, darunter zwei bedeutend große. Der uns informierende Bürger sprach von „abermaliger Erlösung von Bäumen“.In der Anlage Fotos von den verbliebenen Resten.
Dazu möchte ich Sie um Information bitten, nach Möglichkeit zeitnah:
  • Was war der Grund für die Fällungen?
  • Welche Krankheit hat diese Bäume befallen?
  • Warum wurde das Fällen von so bedeutenden Bäumen nicht angekündigt?
Da auch in diesem Fall vorab keinerlei öffentliche Information erfolgte, ist die Unsicherheit und auch Verärgerung groß. Wir möchten nochmals nachdrücklich bitten, dass vor solchen bedeutenden Maßnahmen vorher zumindest eine kurze Information über HalloÜ erfolgt. Das wäre ein Zeichen, dass die Interessen der Bürger ernst genommen werden."

Die Antwort kam erfreulich schnell innerhalb von 2 Stunden:

Was war der Grund für die Fällungen / Welche Krankheit hat diese Bäume befallen:

Bei den gefällten Bäumen handelt es sich um eine Baumgruppe des Riesenlebensbaums (Thuja plicata). Die Gruppe besteht aus dem Mutterbaum in der Mitte und den dazugehörigen „Tochterbäumen“. Wie auch bei der Thujagruppe auf der anderen Wegseite, wies der Mutterbaum bereits vor zwei Jahren während des Sommers einen, um mehrere Meter abgestorbenen Baumwipfel auf. Der abgestorbene Wipfel wurde daraufhin 2017 entfernt. Leider ist der Mutterbaum der Thujagruppe im darauffolgenden Jahr 2018 bereits zu Beginn des Sommers weiter abgestorben. Auch die umgebenden „Tochterbäume“ starben daraufhin im Verlauf des Sommers 2018 ab. Die gesamte Baumgruppe stand bereits zu Beginn des Herbst 2018 komplett abgestorben und braun in der Parkanlage. Trotz Bewässerung der vielen umgebenden Pflanzflächen und dem großteils unversiegelten Wurzelbereichs, muss die Ursache für das Absterben nach derzeitiger Erkenntnis auf ein geschwächtes Wurzelsystem der Bäume, deren Alter und die starke Trockenheit in 2018, sowie der vorausgegangenen zwei Jahre angenommen werden. Eine direkte Gehölzkrankheit wird als Absterbeursache ausgeschlossen.

Warum wurde das Fällen der Bäume nicht angekündigt:

Zu Beginn des Herbstes 2018 wurden notwendige Rodungsarbeiten im gesamten Stadtgebiet über den Verlauf des kommenden Winters grundsätzlich angekündigt. Es wurde hierin klar darauf hingewiesen, dass es sich vordergründig um abgestorbene, absterbende, oder aber Bäume mit geringer Vitalität handelt. Bei dieser Thujagruppe war das Absterben jedoch für Jedermann bereits lange Zeit ersichtlich und ein weiterer Erhalt der toten Bäume in der Parkanlage nicht mehr möglich. Ich möchte hiermit noch einmal darauf hinweisen, dass nicht jede Baumfällung im Detail nochmals vorher angekündigt werden kann, außer aber es handelt sich, wie etwa bei der Linde auf der Scheffelhöhe um entsprechend große und prägende Solitärbäume.

Wir meinen: 
Es dürfte sinnvoll sein, in solchen besonderen Fällen zeitnah eine Information über die Gründe des Fällens im HalloÜ mitzuteilen. Irgendwann eine pauschale Nachricht, dass über den Herbst und Winter Bäume gefällt werden müssen, reicht unserer Meinung nach nicht aus, um das Informationsbedürfnis der Bürger zu befriedigen.

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Felchenzucht im See durch die Hintertür?

Ein etwas seltsamer Vorgang beschäftigt die Fischer am Bodensee, zumindest die Mehrheit, die gegen ein Zuchtgehege im See ist.

Darum wird gestritten: Netzgehege will keiner!
Anscheinend werden dem Vorsitzenden der geplanten Bodenseeregiofisch GmbH Sonderrechte eingeräumt, die möglicherweise der Vorbereitung für eine Zuchtanlage im Überlinger See dienen könnten.

Frau Dilger, die Vorsitzende des Verbandes badischer Berufsfischer, schrieb einen Brief, der uns zur Kenntnis gebracht wurde. Wir erinnern uns, dass nahezu alle Gemeinden und der Kreistag sich gegen jegliche Massenzuchteinrichtung im Bodensee für Felchen ausgesprochen hatten. Aber es scheint doch eine starke Lobby dafür zu geben, wie anders kann man verstehen, was Frau Dilger schreibt:
(Auszug, der komplette Brief ist hier zum Download)

"Am vergangenen Freitag, den 30.11.18 erhielt ich die Information, dass unser Fischerkollege Martin Meichle aus Hagnau, der gleichzeitig 1. Vorstand der Bodenseeregiofisch e.G. ist, vom Regierungspräsidium eine Sonderregelung zum Laichfischfang auf Sandfelchen erhalten hat!

Der Laichfischfang auf Felchen während der Schonzeit stellt generell eine Ausnahme dar, die bisher aber immer ALLEN Berufsfischern rund um den Bodensee erteilt wurde, denn die Laichfischerei beruht auf internationalen Vereinbarungen.
Diese Ausnahmereglung des Fanges auf Sandfelchen nur für einen einzelnen Fischer sehen wir als eine Ungerechtigkeit gegenüber allen anderen Fischer des Bodensee-Obersees.

Nach Rücksprache mit dem MLR wurde mir am Montag, den 3.12.2018 mitgeteilt, dass die Ausnahmeregelung in Ordnung sei und dazu dient für die Bodenseeregiofisch e.G. einen Elterntierstamm an Sandfelchen aufzubauen."


Was sollen die Bodenseeregio GmbH mit einem Elterntierstamm, wenn es doch keine Zuchtgehege im See geben soll?

Wir können nur sagen: Wehret den Versuchen, die eindeutigen Bürgervoten zu umgehen! Das gilt sowohl für die diese Pläne unterstützende Grüne (!) Landtagsabgeordnete als auch für Ministerien und Regierungspräsidien.


Dienstag, 4. Dezember 2018

BÜB+ als Verein gegründet

Etwa 40 Gäste konnten wir in den tollen Geschäftsräumen von DCS in der Obertorstraße 28 begrüßen! Dafür, dass es "nur" ein Gründungstreffen ohne große politische Diskussion war, ist diese Besucherzahl unglaublich gut gewesen-zumal es draußen wie aus Kannen regnete.
Gut besucht: Die Gründungsversammlung

Schnell war die Vereinssatzung genehmigt und der neue Verein gegründet. Einstimmige Abstimmungsergebnisse, das zeigt uns, dass wir richtig liegen. Vielen Dank!

Thomas Blaser, der die Versammlung mit einer beschwingten Klavieruntermalung positiv einstimmte, leitete anschließend die Wahl des Vorstandes. Von mittlerweile über 30 Mitgliedern waren 24 anwesend, die stimmberechtigt waren. Jeweils mit der vollen Stimmenzahl wurden gewählt:
Gemeinsam zum Ziel: Der neue BÜB+ Vorstand
v.l.n.r.: Rolf Briddigkeit, Gerry Graf, Kristin Müller-Hausser, Dirk Diestel,
Ursula Binzenhöfer,  Jürgen Cramer, Annemarie Marocco-König, Peter Schmid,
Roland Biniossek, davor Holger Schappeler. Nicht im Bild: Florian Jekat

1. Vorsitzender: Dirk Diestel
2. Vorsitzende: Kristin Müller-Hausser
Schatzmeister: Holger Schappeler
Schriftführer: Rolf Briddigkeit

Für die 5 Beisitzerposten standen uns sogar 7 Kandidaten zur Verfügung. Am liebsten hätten wir alle gewählt, aber die ganz neue Satzung lässt nur fünf Beisitzer zu. Gewählt wurden:

Annemarie Marocco-König, Roland Biniossek, Gerhard Graf, Florian Jekat, Peter Schmid
Der Südkurier berichtet am 6.12.2018, Link dazu unten
Minimal weniger Stimmen erhielten Ursula Binzenhöfer und
Jürgen Cramer. Beide wurde sofort als Beiräte in den erweiterten Vorstand aufgenommen.

Für die Tätigkeit als Kassenprüfer wurden Monika Weiden-Biniossek und Horst Simon gewählt.

Der Bericht im WOCHENBLATT
Dirk Diestel wies darauf hin, dass alle Vorstandssitzungen künftig Mitgliederoffen, zu bestimmten Themen auch ganz öffentlich sein werden. In einem Ausblick wies er auf die kommenden Kommunalwahlen am 26.Mai 2019 hin, zu denen die BÜB+ mit einer eigenen Kandidatenliste antreten wird. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger von Überlingen sind herzlich
willkommen, auf dieser Liste zu kandidieren. Die eventuelle zusätzliche Mitgliedschaft in einer anderen Partei ist aus Sicht der BÜB+ kein Hinderungsgrund.
Links: SÜDKURIER Artikel