Freitag, 26. August 2016

Frau Becker irrt!

"Seit Wochen füllen Informationen, leider auch viele Falschinformationen, die Spalten der lokalen Zeitung. Besonders Verfasser von Leserbriefen werfen Tatsachen, Behauptungen und falsche Folgerungen kunterbunt durcheinander." Diesen Satz schreibt Frau OB Becker in ihrer Antwort an den Schriftsteller Martin Walser, der mit einem treffenden Goethe Zitat kürzlich in die Diskussion um die vom Abholzen bedrohte denkmalgeschützte Platanenallee eingegriffen und sich für den Erhalt von den alten Bäumen ausgesprochen hat.

Das große Problem: Seit Monaten und Jahren werden die Bürger falsch informiert. Das beginnt damit, dass immer wieder behauptet wird, die Überlinger hätten sich in dem Bürgerentscheid 2013 für den Mommsenplan ausgesprochen. Das ist grundfalsch: Man hat sich nur für oder gegen die Ausrichtung der LGS im Jahr 2020 aussprechen können. Aber selbst, wenn es so gewesen sein sollte, dass der Mommsenplan Grundlage war: Damals wurde uns unmittelbar vor dem Bürgerentscheid Vieles versprochen, was heute vom Tisch ist: So wurde in Worten und in Texten der Erhalt, ja sogar die Ergänzung der Platanenallee versprochen. Der Mommsenplan sah einen flach auslaufenden Sandstrand (wie im Ostbad) in zwei Bereichen vor-heute sind daraus zwei terrassierte Flächen mit drei jeweils 70cm hohen Mauern dazwischen geworden. Unten zugewachsen von Röhricht, also Schilf. Oder durch den berühmten "Strandrasen". Das hat gar nichts mit Rasen zu tun! Dicke, mindestens 120mm starke Kiesbollen, dazwischen Pflanzen, die die ständige Überschwemmung im Sommer aushalten müssen. Ein toller Seezugang! Wenn nur eine einzige der gezüchteten "Bodensee-Vergissmeinicht" dort heimisch wird, ist es mit dem Zugang ohnehin vorbei.

Die Idee des Cafés im Stellwerk war toll, nur leider nicht überlegt. Die Bahn braucht ihr Stellwerk selbst. Der tolle Schwimmponton vor dem Campingplatzbereich-niemals realisierbar, weil nicht genehmigungsfähig. Und so weiter.
Das waren die Falschinformationen, mit denen die Bürger geködert wurden. Ja, auch ich, der von Frau Becker als "Protagonist" der BÜB abgekanzelte. Ich war begeistert von der Idee einer LGS, sah es als toll für die Stadt an. Ich war eines der ersten Mitglieder im Verein der Freunde der LGS. Auch ich fühle mich durch die vielen -immer noch andauernden - Falschinformationen der OB, der Stadt und der LGS GmbH reingelegt.

Wie kann es ein Irrtum sein, ein "Baumretter" zu sein? Es ist vielmehr ein gewaltiger Irrtum zu glauben, dass das Abholzen von alten Bäumen unter dem Vorwand eines "ökologischen Vorteils" der sinnvollere Weg ist. Ein ökologischer Vorteil, der laut LGS Gutachten 119.000 Ökopunkte beträgt. Das ist nichts! Die Umwandlung von 1ha Acker hin zu einer Streuobstwiese bringt mehr. Dafür sterben 160 Bäume.
"Information ist nicht Wissen" zitiert Frau Becker und erklärt damit alle, die nicht Ihrer Meinung sind, für uninformiert und damit wohl für dumm? Sie weiß doch seit vielen Wochen, dass die Allee unter Denkmalschutz steht, hat es aber trotz vieler Gelegenheiten nicht für nötig gehalten, dies den Bürgern kund zu tun. Wie kann eine Oberbürgermeisterin, die einer Verwaltung vorsteht und damit sozusagen die Informationshoheit hat, diese wichtige Information den Bürgern vorhalten? Lässt den Graben immer tiefer werden?

Nein, im Gegensatz zu Goethe leben wir zum Glück nicht mehr in einem Obrigkeitsstaat. Der "Schultes" ist kein allmächtiger Alleinherrscher mehr in seinem Dorf. Heute hat der Bürger Rechte und die nutzen die BÜB und die mindestens 3500 Bürger, die sich mittlerweile für die Rettung der Baumallee und der alten Trockenmauer ausgesprochen haben. Die Gerichte urteilen heute anders als vor drei Jahrhunderten. Fehlinformation durch Verwaltungen wird nicht mehr toleriert. Und das versprechen wir: Gegen die grundlose Ablehnung unseres Antrages auf einen Bürgerentscheid werden wir klagen. Damit endlich die Bürger entscheiden können, was sie möchten. Denkt an das Urteil von Nagold!

Und nein, zum 1000. mal: Wir wollen die LGS nicht kaputt machen, auch wir wollen sie als eine Möglichkeit, die Stadtentwicklung voran zu bringen. Aber nicht auf Kosten von uralten Bäumen, die man mit Willen und Phantasie problemlos in die Planung integrieren kann. Eine Planung, die ebenfalls Seezugänge ermöglicht. Eine Planung, die die Radfahrer im Schatten der herrlichen Allee fahren läßt und nicht eingezwängt schattenlos zwischen Bahnlinie und Straße.

Samstag, 20. August 2016

Neues aktuell

Liebe BÜB Freunde,
Leider(?) bin ich zur Zeit im Urlaub, weit von Überlingen im waldreichen Korsika. Auf der Hinfahrt habe ich übrigens einige wunderschöne Piazzen und Promenaden in Italien gesehen, alle mit herrlichem Baumbestand. So in Lucca, eine wunderbare Piazza gesäumt mit uralten riesigen Platanen. So viel zum Thema baumlose urbane italienische Piazzen.
In Überlingen hat sich Einiges getan mittlerweile, leider bekomme ich die Nachrichten immer etwas verzögert, wenn ich gerade mal Internetvervindung habe. Der Gemeinderat hat tatsächlich den Antrag auf ein Bürgerbegehren von über 3000 Bürgern wegen angeblicher Verfahrensfehler abgeschmettert. Nun, dagegen werden wir umgehend Widerspruch einlegen, verbunden mit einem Eilantrag auf eine einstweilige Verfügung. Denn Gerüchte sagen, dass unsere OB tatsächlich planen soll, bereits in wenigen Tagen tabula rasa mit den Platanen zu machen-ohne, dass es eine genehmigte Baugenehmigung gibt, ohne dass ein Bebauungsplan gültig wurde. Wenn das stimmen sollte, wird der Ärger gewaltig.
Liebe Leser, merkt euch bitte gut, wer in den kommenden Wahlen unsere Unterstützung verdient. Frau Becker sicherlich schon lange nicht mehr, aber es gibt ja bereits einen sehr kompetenten Kandidaten. Aber auch wenn es noch etwas dauert, sollte man bis zur nächsten GR Wahl nicht vergessen, welchem Gemeinderat und welcher Partei eine Bürgerbeteiligung in einer so wichtigen diskutierten Angelegenheit vollkommen egal scheint. Hauptsache, man muss seine Meinung nicht ändern, das könnte ja peinlich sein.
Angeblich soll auch das Landesdenkmalamt kurz vor einem Einknicken stehen. Das allerdings wäre ein Armutszeugnis für das Amt.
Mittlerweile sind auch verschiedene Dienstaufsichtsbeschwerden sowohl gegen die OB, als auch gegen die Verwaltung anhängig. Alles darf man denen einfach nicht durchgehen lassen, wie zum Beispiel das Verschweigen der LDA Mitteilung über den Denkmalstatus der Allee.
Bitte lest den Südkurier vom heutigen Samstag. Ein ganz wichtiger Überlinger Bürger hat sich in die Diskussion eingeschaltet: Martin Walser zitiert Goethes "Werther" mit einen tollen Text über das sinnlose Abholzen von alten Bäumen.
Liebe BÜB Freunde, wer vor Ort in Überlingen ist, sollte aktiv bleiben und werden. Meldet euch zu Wort! Wer im Urlaub ist, bleibe uns bei guter Erholung gewogen.


Montag, 8. August 2016

Platanenalle im SWR Beitrag "Zur Sache Baden-Württemberg"

Knapp vier Minuten sind enorm kurz, wenn man das ganze Problem der Platanenallee und der historischen Ufermauer darstellen will. Aber der SWR hat es versucht und doch recht ausgeglichen über das Thema berichtet. Dass Baubürgermeister Längin erneut über das Fällen der denkmalgeschützten Bäume im Rahmen einer Sondergenehmigung nachdenkt, ist nicht nur unklug, sondern auch reines Wunschdenken. Der Denkmalschutz ist per Gesetz erlassen, da kann man nicht einfach drüber weg gehen. Er provoziert damit eine Klage vor Gericht.
Herr Leitner spricht von  der enormen ökologischen Verbesserung, die tatsächlich marginal ist. 119.800 Ökopunkte gibt es für die ganze Maßnahme über 800 Meter. Klingt viel, entspricht aber gerade mal den Punkten, die man bei einer Umwandlung von 1ha Acker (Fußballfeld) zu einer Streuobstwiese bekommt. Und dafür sollen alle Bäume fallen?
Und: 3,5 Jahre bis zur Eröffnung ist eine lange Zeit, da kann man ohne weiteres noch umplanen. Wenn man gleich anfängt!
Link zum SWR Beitrag

Sonntag, 7. August 2016

Stellungnahme der BÜB an den GR von Überlingen

Die von OB Becker bis zum 3.8.2016 erbetene schriftliche Stellungnahme wurde ihr fristgerecht zugestellt, auch den Fraktionssprechern der im GR vertretenen Parteien und Gruppierungen.

Unser sehr kompetenter Fachanwalt für Verwaltungsrecht hat auf die 4 Seiten Sitzungsvorlage der OB in  immerhin 21 Seiten ausführlich den Standpunkt der BÜB begründet, dass das Bürgerbegehren rechtmäßig ist und vom Gemeinderat nicht abgelehnt werden darf. Es fehlt auch nicht der Hinweis, dass die BÜB gegen eine Ablehnung des Bürgerbegehrens umgehend Widerspruch einlegen wird und diesen auch bis zu höchsten Instanz durchziehen wird. In einem sehr ähnlichen Fall wurde während der LGS Planung der Stadt Nagold ein ebenfalls vom GR abgelehnte Bürgerbegehren letztinstanzlich vom VGH Mannheim zugelassen.
Das Problem ist natürlich, dass bei einem Weg durch die Instanzen auf jeden Fall ein einstweilige Anordnung erlassen werden wird, damit die Stadt und LGS GmbH nicht vollendete Tatsachen schaffen können. Dadurch werden sich die Baumaßnahmen sehr verzögern und dann ist in der Tat die Gefahr groß, dass dann eine Fertigstellung bis 2020 unmöglich werden könnte. Wir haben die OB und den Gemeinderat daher aufgefordert, das Bürgerbegehren zuzulassen, um schnellstmöglich mit Umplanungen beginnen zu können. Alternativ ist es denkbar, dass der GR den bekannt gewordenen Schutzstatus der Baumallee als Kulturdenkmal uneingeschränkt und unwideruflich anerkennt. Da in diesem Fall auch die historische Trockenmauer nicht entfernt werden kann, ohne die Bäume zu zerstören, ist es denkbar, dass die BÜB kurzfristig den Antrag auf Bürgerentscheid zurück ziehen könnte. Damit wäre sofort der Weg für Neuplanungen frei, ohne weitere Zeitverzögerungen. Allerdings wird sich die BÜB auch dann ein Mitspracherecht in der weiteren Planung vorbehalten, im Interesse der mindestens 3000 Bürger, die in nur 2,5 Wochen das Bürgerbegehren unterzeichnet hatten.
Link zur schriftlichen Stellungnahme der BÜB an die OB und Gemeinderat
Link zum Südkurier Artikel 1
Link zum Südkurier Artikel 2  Längin: "Auch ein Denkmal kann abgebrochen werden..."

Donnerstag, 4. August 2016

Stuttgarter Zeitung berichtet

In der Stuttgarter Zeitung wird umfangreich über die Unterschutzstellung der Platanenallee berichtet. Ein Knaller: Architektin Mommsen erklärt, dass sie nicht informiert worden sei! Genauso unfassbar, wie das Verhalten der Verwaltung gegenüber den Bürgern und dem Gemeinderat!
Die StZ veröffentlicht auch eine Grafik der LGS GmbH, wie das Bodenseeufer aussehen "könnte", niemals aber so sein wird:
  • Die drei Mauern zwischen den drei Terrassen sind jeweils 70cm hoch, da kann niemend drauf laufen wie im Bild. Zum passieren sind 4-5 Treppenstufen eingeplant. Das ist in den Plänen der LGS GmbH eindeitig auch so gezeichnet. Das muss deshalb so sein, weil darunter in der Mitte der jetzigen Straße die dicken Kanalisationrohre verlaufen, die ohne Millionenaufwand nicht verlegt werden können. Man muss Höhe gewinnen, damit die Rohre überdeckt bleiben.
  • Was wie Sand aussieht, sind dicke Kiesbollen, selbst in der mittleren Terrasse noch 60-80mm dick. In der untersten Terrasse sollen selbst dort, wo schon jetzt im östlichen Bereich eine Art "Strand" besteht, weitflächig Röricht (Weiden) gepflanzt werden. Seezugang unmöglich.
  • Die ersten zwei Terrassen sind laut Plan 8-12 Meter breit, der hier riesig dargestellte Rasen aber nur noch 6-8 Meter!
  • Bei Normalwasser steht die erste Terrasse voll unter Wasser, bei mittlerem Hochwasser die zweite nahezu auch. Bei einem Hochwassser wie 1999 steht auch der Rasen unter Wasser. Damit hätte Überlingen dann die größte Kneippanlage in Deutschland.
  • Das Bild zeigt den Wasserstand im Winter, also ganz unten. Seltsamerweise sind die Bäume grün.

Mittwoch, 3. August 2016

Pressemitteilung der BÜB

Auf Grund des Skandals, dass die Verwaltungsspitze und die LGS GmbH den Bürgern 6 Wochen lang die Existenz der Unterdenkmalschutzstellung der Platanenallee verheimlicht hat, schreibt die BÜB diese Pressemitteilung:

So sehr die BÜB den Schutz der Platanenallee begrüßt und sich freut, so sehr sind wir entsetzt über das unglaubliche Verhalten unserer Verwaltungsspitze und der LGS GmbH.
Die OB Frau Becker, Herr BM Längin und die LGS Geschäftsführer Leitner und Richter wissen seit Mitte Juni , dass die Baumallee unter Denkmalschutz steht. Zu dem Zeitpunkt hatten engagierte Bürger bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass es eine Tragödie wäre, für eine LGS so viele sehr alte  Bäume zu fällen und eine stadthistorisch bedeutende Trockenmauer restlos zu entfernen. Es gab keine Gesprächsbereitschaft. Daraufhin gründeten wir die BÜB, um unserer Forderung Nachdruck zu verleihen, erfolglos. Die BÜB startete die Unterschriftenaktion für das Bürgerbegehren mit einer Ausstiegsklausel im Falle eines Kompromisses, wurde daraufhin von der Verwaltung , den Gemeinderäten und der LGS gedrängt, dies nicht zu machen, weil sonst angeblich die LGS gefährdet sei. Die Aktiven der BÜB wurden persönlich beschimpft, einige gaben uns keine Hand mehr, andere bedienten uns im Restaurant nicht. Freundschaften zerbrachen, weil man unterschiedlicher Meinung war. Selbst innerhalb von Familien stritt man sich. Unsere Oberbürgermeisterin sah und wusste dies alles, sagte nichts. Sie leitete Gemeinderatssitzungen mit regelmäßigem „Bericht zur LGS“, sagte auch dort nichts. Sie leitete mindestens eine Bürgerversammlung zum Thema, sagte wieder nichts. Frau Becker hat es tatsächlich in Kauf genommen, dass sich in unserer Stadt ein Graben auftut, obwohl sie es mit einem Funken Mut  in der Hand gehabt hätte, den Disput von heute auf morgen zu beenden. Nicht einmal unsere mehrfachen Angebote auf Gespräche nahm sie an, lehnte jeden Kompromiss strikt ab. So darf eine OB nicht mit den Bürgern und nicht mit dem Gemeinderat umgehen, das ist nicht nur unverantwortlich, das ist mit einer ordentlichen Amtsführung unvereinbar und erfordert ihren Rücktritt. Chancen auf Wiederwahl hat sie ab sofort ohnehin nicht mehr. Auch die Herren Längin, Leitner und Richter sollten sich Gedanken machen, ob ihr Verhalten noch ihrer Position angemessen ist. Wer in diesen Positionen Bürger belügt und hintergeht, hat das Recht verspielt, für diese Bürger tätig zu sein.


Platanenallee im SWR Fernsehen

Heute war ein Team des SWR Fernsehen in Überlingen und hat für einen 5 Minuten Beitrag gedreht. Dieser wird am Donnerstag, 4.8. um 20.15 Uhr im Rahmen der Sendung "Zur Sache Baden-Württemberg" gesendet. Auch später wird er über die Mediathek des SWR Fernsehens aufzurufen sein.


Der Maler Hans Fähnle hilft uns


Der Maler Hans Fähnle (1903-1968) und die Platanenallee in Überlingen

Im Zuge der häufigen Besuche bei seinen Eltern in der Goldbacher Str. (heute Standort der "Galerie Fähnle")  besuchte der Maler Hans Fähnle immer wieder den Aussichtspunkt am Ende der Goldbacher Str.  am Wendehammer. Offensichtlich war er von diesem grandiosen Standort dermaßen fasziniert, dass er den Blick in Richtung Osten häufig in  Gemälden und Zeichnungen festgehalten hat.

Um 1935, rechts die heute verschüttete Trockenmauer
Und tatsächlich: an diesem Ort eröffnet sich in aller Breite die historische Dimension der Stadt. Der Tanz der Straße mit der Bahn, die Prunkallee als Stadteingang, die jäh abstürzenden Felsen, das Stollendrama (deutlich in einigen Bildern zu erkennen die Mulde der Nachkriegs-Sprengung, die Aufschüttung mit dem Aushub aus den Stollen (Fläche des späteren Campingplatzes). Gibt es einen geschichtsträchtigeren Ort in Überlingen?
Hans Fähnle hat diesen Ort wie kein anderer Künstler (ob Maler oder Fotograf) in den unterschiedlichsten Situationen dargestellt: im Sommer, Herbst, vor und nach dem Krieg, mit und ohne dampfende Eisenbahn, in Ölgemälden und lockeren Skizzen. Seine Briefe aus dem Krieg an seine Eltern bezeugen die große Sorge, die er angesichts der drohenden
Bombenangriffe auf die Stollenanlage empfinden musste: Leben auf dem Pulverfass und im Bombenziel der Alliierten. Für Hans Fähnle war daher die Topografie von Aussichtspunkt, Allee und Bahnübergang sicher ein zutiefst "existentielles Motiv".
Die Vernichtung dieses für die Stadt einmaligen Ensembles von historischen Identifikationsmerkmalen bedeutet den Verlust von sprechenden Zeitzeugen und damit die unumkehrbare Tilgung eines Ortes mit hinweisendem Charakter auf erlebbare Vergangenheit.
Platanenalle um 1957, Bahnübergang


Die BÜB dankt herzlich dem Verein Galerie Fähnle für die Zurverfügungstellung des Textes und der Bilder! 
 

Dienstag, 2. August 2016

Es stimmt, der Denkmalschutz greift ein!

Es gab bisher in den letzten Tagen wenige Gründe, so richtig zufrieden zu sein.
Heute aber können wir feiern. Gestern war es noch ein Gerücht, heute morgen wusste ich es inoffiziell, heute Mittag hat es uns eine SWR3  Redakteurin und eine zweite Quelle aus Stuttgart bestätigt:

Der Südkurier Überlingen hat soeben online berichtet:
Die Platanenallee wurde bereits am 16.6.2016 unter Denkmalschutz (Kulturdenkmal) gestellt.
Artikel im SÜDKURIER 

Unfassbar, die Stadt und LGS GmbH muss es seit Wochen gewusst haben. An zwei Bürgerversammlungen wurde von der OB Becker nichts gesagt. Man nahm es hin, dass sich Bürger stritten, Freundschaften gefährdet wurden, zerbrachen, nur weil der eine für, der andere gegen das Bürgerbegehren war. Vermutlich wurde von ihr nicht einmal der Gemeinderat informiert, denn es ist schwer zu glauben, dass 26 Personen sich zu so einem verantwortungslosen Verhalten hinreissen lassen, nur um den Forderungen der BÜB nicht zustimmen zu müssen! Nein , das glaube ich nicht. Die GRäte wurden ebenso hintergangen. Wenn sie es allerdings wussten, sind Rücktritte fällig.

Die LGS GmbH muss es gewusst haben, zumindest der Geschäftsführer Herr Leitner. Auch unser Baubürgermeister Längin muss es lange gewusst haben, denn er hat bereits vor längerer Zeit einen erzürnten Brief an das Denkmalamt geschrieben. Ein Mann, der wegen Kleinigkeiten Bürger anzeigt, selbst aber keinen Funken von Anstand hat, wichtige Informationen einfach verschweigt. Jetzt müssen hier einige Personen zurücktreten oder dazu gezwungen werden.

Liebe BÜBler, heute waren eure Sprecher einen halben Tag in Lindau, wir haben einen kompetenten Anwalt beauftragt, auf die zu vermutende Ablehnung des Bürgerbegehrens durch den Gemeinderat Widerspruch einzulegen. Die Chancen stehen gut, alle Argumente der OB gegen die Zulässigkeit können aus unserer Sicht widerlegt werden. Aber vielleicht ist ein Bürgerentscheid nun gar nicht mehr notwendig!

Noch nicht gerettet sind die Trauerweiden und die Bastion, wie ihr wisst, wurde der Abriss der dortigen Mauer und das Fällen der Bäume bereits ausgeschrieben. Heute Abend 19 Uhr  ist ein Baustellenrundgang der LGS. Geht alle hin! Konfrontiert Herrn Leitner mit diesem unfassbaren Betrug an den Bürgern, fordert den Erhalt der Trauerweiden und der Uferbastion!

Und noch eine Bitte: Rechtsanwälte sind sehr teuer. Bitte helft ein wenig oder ein wenig mehr, damit nicht eure Sprecher auf den immensen Kosten sitzen bleiben. Bitte sprecht Freunde an, jeder kleine Betrag hilft uns enorm.
Unser Spendenkonto ist bei der Volksbank
IBAN: DE 54 690 618 000 006 2371 00
BIC: GENODE61UBE

Ganz herzlichen Dank schon jetzt!

Platanenallee unter Denkmalschutz?

Es kursieren Gerüchte, wonach das Landesdenkmalamt die Platanenallee bereits im Juni 2016 unter Denkmalschutz gestellt haben soll. Diese Grüchte sollen einer absolut vertrauensvollen Quelle entstammen. Auch soll ein sehr "zorniger" Brief des Überlinger Baubürgermeisters Längin  an das Denkmalamt existieren.
Sollten diese Gerüchte wahr sein, stellt sich die Frage: Warum hat die Stadt und die LGS GmbH durch Herrn Leitner diese sicherlich nicht unbedeutende Tatsache der Bevölkerung bisher verschwiegen? Mehr noch: Warum hat sie trotzdem die Baumfällarbeiten ausgeschrieben? Es wäre ein unglaublicher Skandal, der mit einem einfachen "das wusste ich nicht" unserer OB nicht abgetan sein kann. Wenn auch die Gemeinderäte darüber informiert sind, haben sie ihre Pflichten für die Bürger schlecht wahrgenommen. Einige Gemeinderäte sind Mitglied der LGS GmbH, müssten also eigentlich zwingend von dieser Angelegenheit wissen. Außer die Vorsitzende des Aufsichtsrates und der geschäftsführer haben sogar dort geschwiegen. Das muss umgehend aufgeklärt werden!

Ein weiterer Skandal scheint die Verquickung von Aufsichtsratsposten in der LGS GmbH und lukrativen privaten Aufträgen zu existieren. Eine Stadträtin, Mitglied im Aufsichtsrat der LGS, hat von dort ohne Ausschreibung(!) nicht unbedeutende Aufträge übernommen, über die Ergebnisse dann sogar unbefangen im GR mit abgestimmt. Möglicherweise  gibt es noch einen zweiten Fall dieser Art. Wir bleiben dran.

Montag, 1. August 2016

LGS schreibt Baumfällungen aus

Noch bevor der Gemeinderat überhaupt zum Bürgerbegehren abgestimmt hat, bevor der Bebauungsplan genehmigt ist, bevor überhaupt eine Baugenehmigung vorliegt: Die LGS hat die Baumfällarbeiten und den Abbruch der Ufermauern bereits ausgeschrieben. Das natürlich mit Billigung von OB Becker, die ja immerhin Vorsitzende des Aufsichtsrates der LGS GmbH ist.

Es ist unfassbar, mit welcher "Arroganz" hier am Willen der Bürger vorbei regiert wird. Stur nach dem Motto "Augen zu und durch". MIndestens 3000facher Bürgerwille interessiert nicht. Der Bürger stört nur beim Errichten des Denkmals. So etwas kennt man bisher aus Bananenrepubliken oder neuerdings in der Türkei.