Mittwoch, 21. November 2018

Was passiert in der Hafenstraße?

Auf unsere Anfrage erhielten wir von der Pressestelle der Stadt diese Antwort:

Für den Bereich Hafenstraße 16-18 liegt uns eine Bauvoranfrage vor. Dieser Antrag wird - wie bei jedem anderen Bauvorhaben auch - nach den bauverwaltungsrechtlichen Vorgaben bearbeitet. Dabei werden selbstverständig alle notwendigen öffentlich-rechtlichen Vorschriften beachtet. 
Bitte beachten Sie zudem, dass detaillierte Angaben zum Eigentümer und zum Bauvorhaben selbst unter den Datenschutz fallen. Dies gilt auch für die Einsichtnahme durch nicht berechtigte Personen in die Bauakten vor Ort im Baurechtsamt.


Jetzt fragt man sich, wieso man hört, dass bereits eine Abbruchgenehmigung  beantragt sei und dass ein Anlieger eine Klage eingereicht habe? Für eine reine Bauvoranfrage ist das doch nicht notwendig?
Ist das wieder mal ein Fall der berüchtigten Überlinger Intransparenz? Mit der BÜB+ im Gemeinderat wird das aufhören, wir werden uns für bestmögliche Transparenz einsetzen.

Der Stein des Anstoßes:
Es häufen sich die Fälle, in denen der Schreiber dieser Zeilen beim Weg zur Post nicht vom Fleck kommt, wenn er durch die Straßen geht. Nicht etwa, weil er fußkrank wäre, nein, es sind Bürger der Stadt, die ihn ansprechen. Sie stellen Fragen über die BÜB+, wünschen viel Erfolg.

Aber jetzt war es einer, der eine Frage zu einem "Gerücht" hatte, dass durch die Altstadt schleiche, ob man mehr dazu wisse:
"Trifft es zu, dass  der "Brasilia-Scheich" in der Hafenstraße die zwei Häuser Nummer 16 und 18 gekauft hat und er dort einen Wohnblock mit "etwa 15-20" Wohnungen errichten will?" Und da das Gerücht mit dem Scheich schon früher mal gehört wurde, erschien diese neue Information gar nicht so abwegig: Gehört ihm immerhin das nicht gerade optisch zur alten Promenadenbebauung passende Gebäude, wo das Eiscafe und eben das Brasilia drinnen ist. Dort, wo tage- und wochenlang die Rollläden unten sind, wo eine gar nicht zur Altstadt(-satzung) passende Satellitenanlage auf dem Dach ist.
Bald verschwunden? Die alten Gärten am Engelesee

Wie weit soll die Bebauung gehen?
Wenn das so tatsächlich stimmen sollte, stellen sich gleich einige Fragen, die hoffentlich von der Stadt beantwortet werden:
Grün und Gelb soll verschwinden? Rot das Haus Stengele
  1. Trifft es zu, dass der Brasilia-Scheich Eigentümer von Hafenstraße 16-18 ist?
  2. Wenn ja, stimmt es, dass dort 15-20 Wohnungen entstehen sollen?
  3. Wenn ja, werden das bezahlbare Mietwohnungen oder teure Ferien-/Zweitwohnungen?
  4. Wenn ja, wie sollen in die Bestandsgebäude 15-20 Wohnungen passen oder werden die Häuser möglicherweise abgerissen?
  5. Wenn ja, gibt es hinsichtlich Denkmalschutz Probleme?
  6. Wenn ja, wie groß werden ggf. Neubauten?
  7. Bleiben die alten Gärten zum "Engelesee"**  (Parkplatz zwischen Seeschulen und Gebäuden südl. Hafenstraße, siehe unten) hin erhalten oder werden die überbaut?
  8. Wo sollen Parkplätze für die Bewohner entstehen, hinter den Häusern? Dort ist für mindestens 15-20 Fahrzeuge sicherlich kein Platz mehr, es sei denn, die Gärten werden überplant und damit vernichtet.Wie kann eine Zufahrt dorthin erfolgen, etwa über den neugestalteten Mantelhafen Bereich? 
  9. Oder ist eine Tiefgarage geplant, Zufahrt über Mantelhafen oder gar von der Straße aus? Wären in diesem fall auch wieder denkmalrechtliche Belange zu erwarten?
  10. Trifft es zu, dass aus der Nachbarschaft Klagen anstehen gegen das Bauvorhaben?
  11. Der Stadt gehört das kleine Werkstattgebäude links von Nr.18. Wurde das möglicherweise ebenso verkauft?
  12. Welche Auflagen hat der Besitzer hinsichtlich jetziger Mieter in den Gebäuden?
  13. Zuletzt: Warum wird die Bevölkerung über derartige stadtbildprägende Veränderungen nicht frühzeitig informiert?

Jetzt hoffen wir mal auf erschöpfende Auskünfte der Stadtverwaltung. Bis dahin gilt:
Liebe Anwohner, wenn Sie irgendetwas dazu wissen, informieren Sie uns absolut vertraulich!
Über die Antworten werden wir berichten.

** Der "Engelesee" war früher ein tiefes Sumpfgelände, möglicherweise von den Abwassern der Stadt. Benannt nach einem früher dort im Bereich der heutigen Seeschulen stehenden Patrizierhaus der Familie Engelin. Auf Grund des Sumpfes sind vermutlich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Gebäude der Hafenstraße in diesen Sumpf hin abgerutscht. Daher ist dieses Gebiet als mit allergrößter wahrscheinlichkeit als archäologisch extrem bedeutsam anzusehen. Eine Tiefgarage könnte dort schweren Schaden verursachen.

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