Dienstag, 30. Juli 2019

Promenadenfest: Licht und Schatten

Es war ein tolles Promenadenfest, gute Stimmung, gute Umsätze Dank einem optimalen Festwetter und hoch engagierten Vereinen. Nicht besonders glücklich zeigten sich zwei betroffene Gruppen von Bürgern.

Stellen Sie sich vor, sie kommen fröhlich, auch etwas müde, am späten Abend zu Ihrem Auto, das Sie an der Zimmerwiese geparkt hatten. Aber das Auto ist weg. Genau so, wie alle anderen Autos, die dort auf dem Parkplatz (früher Schlachthaus) geparkt waren. Ein zufällig anwesender Anwohner klärte auf: Die sind alle abgeschleppt worden. 

Das erzählte uns eine der Betroffenen, eine alleinerziehende Muter. Mühselig musste sie herausfinden, wo ihr Fahrzeug sich befindet, dann kostete das auch noch 300 Euro Auslösung, die sie eigentlich gar nicht hat. Ein horrender Strafzettel käme auch noch dazu, wurde ihr gesagt.  Es war Mitternacht, bis sie heimfahren konnte. Ob das Auto evtl. behindernd stand? Nein, sicher nicht, erzählte sie uns. Sie schätzt, dass alleine in dieser Nacht dort 25-30 Autos weggeschleppt wurden. Als sie dort parkte, konnte man von dem großen Parkverbotsschild auf dem Asphalt übrigens nichts sehen, da standen bereits andere Autos drauf.

Tags darauf bekamen wir einige Fotos zugespielt, die das Geschehen zeigen. Man könnte wirklich meinen, dass lediglich die Abschleppwagen die Busse behinderten, nicht aber die PKWs. Was wir uns fragen: Ist es tatsächlich gerechtfertigt, die Fahrzeuge von Überlinger Besuchern in Massen abzuschleppen, wenn weder Gefahr noch Behinderung bestand? Nicht, dass wir missverstanden werden: Ein Strafzettel für falsches und unerlaubtes Parken ist korrekt. Aber muss es gleich mit Abschleppen verbunden sein?

Glaubt man wirklich, dass diese Besucher jemals noch einen Schritt nach Überlingen machen werden, um hier einzukaufen oder zu feiern?



Auch die Anwohner der Innenstadt ärgern sich gewaltig!


Rund 500 private Parkplätze gäbe es in Überlingen, berichtete Ulrich Krezdorn in der letzten Gemeinderatssitzung. Und keiner durfte während des Promenadenfestes angefahren werden! Er frage sich, wieso man nicht wenigsten berechtigten Anwohnern die Einfahrt zu ihrem Haus oder Parkplatz gestatte? Frau Lenski berichtete, dass sogar ein Pflegedienst nicht einfahren durfte. Und eine Geschäftsinhaberin, die ihren Parkplatz gerade mal 50 Meter unterhalb des Franziskanertores hat, durfte nicht hinfahren! Der Schreiber dieser Zeilen, wohnhaft Münsterplatz/Luziengasse, hatte sein Auto voll geladen, das zu Hause ausgeladen werden sollte: Zufahrt verboten!

Oberbürgerrmeister Zeitler rechtfertigte diese massive Behinderung der Bürger mit Sicherheitsbedenken, zu viele würden dann einfahren wollen. War das jetzt eine Generalprobe für die Landesgartenschau, wenn dann bekanntlich vorgesehen ist, die Innenstadt vom Franziskanertor her abwärts zu sperren? Wie sollen dann die Bewohner z.B. vom Parkhaus Stadtmitte zum Wohnhaus kommen: Statt 300 Meter dann ein 7 Kilometer Umweg über Brünnensbach, Bahnhof Therme, LGS Gelände?

Im übrigen seien die Anwohner informiert worden über die Sperrung, inklusive dem Angebot, kostenlos im Parkhaus zu parken, sagte OB Zeitler. Heute machte der Autor dazu eine nicht repräsentative Umfrage unter Bewohnern vom Münsterplatz, Gradeberg- und Krummebergstraße und von der Fischerhäuser Vorstadt: Nein, so eine Information kenne man nicht. Und im übrigen waren alle richtig sauer über diese massiven Beschränkungen.

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