Montag, 17. September 2018

Der Fuchs darf wieder historisch korrekt "unpünktlich" schlagen

Eine alte Postkarte zeigt das Tor mit "Fuchs"
Seit Jahrhunderten ist es Tradition, dass die Glocke im Franziskanertor "falsch" schlägt: Immer 5 Minuten vor der vollen Stunde ist der "Fuchs", wie er im Volksmund nach einem früheren Turmwächter heißt, zu hören. Warum das so war und wieder ist, berichtet der Südkurier.

Damit die Handwerker in der Stadt immer rechtzeitig wussten, wann Mittagspause oder Feierabend ist, zeigt der "Fuchs" das rechtzeitig laut an. Was viele nicht wissen und sich wundern. Genervt davon war ein Bürger, der vehement die Abschaltung forderte und das zunächst sogar erfolgreich. Aber er hat die Rechnung ohne den geschichtsbewussten Gemeinderat gemacht, der ebenso vehement die Rückkehr des "Fuchses" forderte.

Ungeklärt ist übrigens noch, wie viel die aufwändige Sanierung des Franziskanertores letztendlich kostete. Nur so viel ist bekannt: Es war deutlich mehr, als geplant. Warum, werden wir wohl hoffentlich bald erfahren.

Kommentare:

  1. Gemeinderat drängt darauf: Die Glocke im Franziskanertor soll wieder schlagen oder die Glockenposse!

    Dass in Überlingen Traditionen zu Hause sind, das ist ja bekannt, ist ja auch ein Teil der Werbung für die Stadt. Nur, muss diese Tradition gegen alle Vernunft und Logik auch nachts stattfinden, sprich, muss nachts die Glocke des Franziskanerturms ihren nicht gerade wohlklingenden Ton zu jeder ¼ Stunde und zu jedem Stundenschlag in der Stille der Nacht ertönen lassen? Vielleicht müssten die, welche lauthals im Gemeinderat für das Fortbestehen dieser nächtlichen Ruhestörung sind, in der Nähe der Lärmquelle wohnen, dann würden sie anders reagieren. Und was heißt, auf Bitten eines einzelnen Bürgers; es gibt immer eine schweigende Mehrheit, die alles über sich ergehen lässt, soll heißen, da sind auch viele gegen das nächtliche Geläut, schweigen aber lieber.
    Münsterkirche und Evangelische Kirche sind auf Bitten der Menschen schon lange nachts stumm und erfreuen dann tags über mit ihrem Geläut.

    Warum also diese Ausnahme, der Tradition wegen? Ein OB, der die Entscheidung, auch aus denselben Gründen trifft, den Mechanismus zu deaktivieren, wird vom, bzw. einzelnen Gemeinderatsmitglieder zurückgepfiffen, steht eigentlich da wie ein zurecht gewiesener Bub und muss zurückrudern.
    Tja, auch der „deep state“ scheint in der kleinsten Gemeinde zu leben und zu blühen.

    Gerhard Fischer
    fischer-gerhard@t-online.de

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  2. Hallo Herr Fischer, ich gebe Ihnen Recht, dass der Klang der Glocke tatsächlich etwas blechern klingt. Der Antrag, den Fuchs wieder schlagen zu lassen, kam übrigens von einem Stadtrat, der seit Jahrzehnten unmittelbar daneben wohnt. Natürlich ist es schwer, jedem alles Recht zu machen. Aber: Was seit hunderten von Jahren so ist, ist einfach Tradition. So wie Verkehr, Fasnetsumzüge oder vieles mehr. Wer im Herzen einer Stadt wohnt, akzeptiert das. Wenn nicht, müsste man sich überlegen, in ein ruhiges Stadtviertel umzuziehen.

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