Sonntag, 24. Mai 2020

Überlingen am Boden?

Am Bahnhof Stadtmitte: Überlingen am Boden
Von verschiedenen Seiten erhielten wir in den letzten Tagen Fotos geschickt: Überlingen am Boden !
Man fragt sich, was passiert ist. Hat man den SEE geklaut oder versuchen uns gewisse Zeitgenossen zu suggerieren, dass Überlingen am Boden liegt?

Zugegeben: Die letzten Wochen waren hart: Corona, Läden und Gastronomie zu, Firmen in Existenznot. Und dann noch die abgesagte Landesgartenschau! Und das LGS Gelände ohne die kleinste Ausnahme in 2020 geschlossen.

Reproduktion, Postkarte Archiv Diestel
Aber liegen wir deshalb am Boden? Nein, bestimmt nicht!

Schon 1634 meinte man, dass Überlingen am Boden sei und forderte die Bürger zur Aufgabe auf. Doch diese wehrten sich tapfer, mit Waffen und markigen Sprüchen, letztendlich erfolgreich.
Festgehalten auch auf einer alten Postkarte, die wir hier gerne zeigen möchten. Überlingen kann sich wehren, liegt noch lange nicht am Boden! 

Und wir sind überzeugt: Der SEE taucht auch wieder auf!

Ergänzung 28.05.:
Nun ist auch "AM BODEN" verschwunden. "ÜBERLINGEN" dagegen gibt es noch.

Kommentare:

  1. Da das Thema heute mit lustigem Kommentar von Redakteur Walter versehen auch noch im Südkurier erschien, bedarf der BÜB+Blog- Kommentar selber noch einer Kommentierung. "Man fragt sich" da weniger lustig, ob "gewisse Zeitgenossen uns zu suggerieren versuchen, dass ÜB am Boden liegt". Das klingt für mich so garnicht nach BÜB+, vielmehr genau nach der vermeintlichen stadtgesellschaftlichen Gegenseite mit der fortbestehend verfilzt agierenden und stimmungsmachend-verunglimpfend ausgrenzenden (oder teils auch vereinnahmenden) GR-Mehrheit, für die aktuell ein gewisser Manuel sprechen darf - seinem Vater kann das ja nur peinlich sein.
    Man kann das 'am Boden' durchaus mit leider realen Entwicklungen und Zuständen unserer Stadt verknüpft sehen: die LGS ist ja selbst eine 'am Boden'-Schau; viel wurde erst1mal kahlgeschoren und dem Erdboden gleichgemacht, der dann selber weiter umgegraben, aufgeschüttet, zerteilt, versteinert und gepflastert wurde, schnödem Gestaltungswillen unterworfen und möglichst einträglich gekünstelt frisiert. Tuning World Überlingen!
    Wenn es so weitergeht mit Verschwendung sowie Verkauf und Abriss dessen, was Überlingen ausmachte, wird uns das tatsächlich auch noch wirtschaftlich zu Boden reißen bzw. den Boden entziehen. Uns Bürgern wurde in anderem Sinne eh'schon viel Boden entzogen und bleibt es weiterhin, auch wenn - unwahrscheinlich - endlich innegehalten und aufgehört würde, die Stadt weiter beschleunigt an vielen Stellen von Grund auf zu erneuern und dafür erst dem Erdboden gleichzumachen - für nicht benötigte Parkplätze oder für Faust-aufs-Auge-Gebäude, die in ihrer bloßen Präsenz den umgebenden, traurigen Rest des Ursprünglichen verschwinden lassen - erschlagen und erdrückt, verdrängt und entwertet.
    Alle, die sie sich nun zu Wort meldeten mit affirmativer Zufriedenheit damit, was wir doch schon haben, und sich in glückseelig vertrauender Obrigkeitshörigkeit ja so gerne nochmal in Geduld und Vorfreude auf eine immer noch schönere LGS üben wollen - wären sie doch nur schon so zufrieden gewesen mit dem, was wir ohne LGS hatten, wie sie es jetzt ganz selbstlos auch denen raten, die der LGS von vornherein freudlos gegenüberstanden und viel verloren haben!
    Übrigens: Die von Leitner &Co aufgestellten Behauptungen zur nunmehrigen LandesGitterSchau mit Totalsperrung sind sämtlich fadenscheinig konstruiert und irrelevant, und der Gemeinderat wollte offenbar wieder genau dies von ihm hören - weiterhin volles Vertrauen und Beifall für bloße Frechheit und Bürgerferne. Manfred Jäger

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  2. Unser Kommentar zu Überlingen am Boden... ist eher satirisch aufzufassen!
    Landesgitterschau - das ist auch gut :)

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  3. Noch ein Dank für die alte Postkarte "Wir Bürger..."!
    Die mittelalterliche Belagerung und Verteidigung der Stadt ist tatsächlich ein treffender Vergleich - auch wir müssen aktuell auf einen 30jährigen Krieg gegen die historisch-ästhetische Integrität Überlingens zurückblicken, und noch ist trotz Demokratie kein Ende in Sicht - wir können uns vor den Vorfahren nur schämen. Die wehrhaften Bürger von 1638 würden uns den Vogel zeigen dafür, dass wir Heutigen uns offenbar alles gefallen lassen und in Geringschätzung des wunderbaren Erbes die Eroberer extra noch hereinbitten, um ihnen alles auf Silber zu präsentieren - gegen die Langeweile, macht doch Spaß! Die Bewahrer ohnmächtig in ihrer erfolglosen Bemühung, das ständige 'Größer gegen Besser' zu verhindern. Das wertvolle Alte angezählt, vergangenheits- und zukunftsvergessene Verbauung auf Teufel komm' raus, Wasserkraft dafür abgeschafft. Mit der stolzen, sich ins trojanische Fäustchen lachenden Beteiligung der heutigen Zerstörer der Stadt an der Schwedenprozession ist auch noch diese zur Absurdität verkommen, die Andacht Vieler zumindest gestört. M.Jäger

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    1. bevor jemand auffällt, dass der 30jhr. Krieg eben nicht mehr zum Mittelalter gehört, korrigiere ich selber: war da unbedacht über 100 Jahre verrutscht, und tatsächlich war die Belagerung der Stadt ein neuzeitliches Ereignis, obwohl ja noch vieles Heutige mittelalterlich anmutet; MJ

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