Mittwoch, 26. Oktober 2016

Chronologie der LGS Planungen seit 2009

Seit 2009 waren Bürger der Stadt engagiert und haben sich mit den Planungen zur LGS 2020 beschäftigt. Von einigen dieser Bürger wurde nun eine Chronologie der Ereignisse erstellt.

Interessant, dass sich nicht wenige dieser engagierten Bürger heute aktiv für die Ziele der BÜB und zum Erhalt der Platanenallee bekennen.

Wahlempfehlung für Dr.Müller als OB

In einer Versammlung der BÜB Unterstützer hat sich bereits in der vergangenen Woche eine deutliche Mehrheit für eine Wahlempfehlung zu Gunsten von Herrn Dr.Müller ausgesprochen. Sein sehr souveräner Auftritt am Dienstag zur offiziellen Kandidatenvorstellung im Kursaal konnte die BÜB nur noch bestärken, für ihn eine Wahlempfehlung auszusprechen:

Die Bürgergemeinschaft Überlinger Bäume spricht eine Wahlempfehlung für Herrn Dr. Georg Müller aus. Das hat eine Versammlung der BÜB mehrheitlich beschlossen. Grundlage für diese Wahlempfehlung waren auch die Antworten der Kandidaten auf eine Fragenliste. Diese Fragen wurden mittlerweile von allen Kandidaten beantwortet und sind auf www.büb.info nachzulesen.
Herr Dr. Müller hatte sich bereits sehr frühzeitig Ende Juli 2016 zu mehreren Gesprächen mit der BÜB getroffen und sich ausführlich über die Hintergründe des Bürgerbegehrens informiert. Er hat sich alle Argumente angehört, die Position der LGS und der Stadt hinterfragt und sich dann als einziger der Kandidaten für den Erhalt der denkmalgeschützten Platanenallee und der historischen Trockenmauer ausgesprochen, bzw. sich für einen möglichen Kompromiss stark gemacht. Gespräche über einen Kompromiss hatte die BÜB stets angeboten, es erfolgte aber immer nur konsequente Ablehnung von Seiten der Stadt.
Herr Dr. Müller findet es richtig und demokratisch, wenn die Bürger in dem beantragten Bürgerentscheid bestimmen können, was mit der Platanenallee geschehen soll. 


Auch in der gestrigen Bürgerversammlung hatte Herr Dr. Müller den ungewöhnlichen Mut, sich in einer 15 Minuten langen freien Rede ganz klar zu seiner Position zu äußern, ohne politikertypisch auszuweichen oder sich schwammig zu äußern. Das ist die „klare Kante“, die von den Bürgern bei Politikern immer gefordert wird. Die anderen Kandidaten waren dagegen in wichtigen Punkten eher zurück haltend, sich festzulegen. Herr Kirchmann sagte zu dem Thema Platanenallee nicht ein Wort.
Doch sind es nicht nur diese eindeutigen, unmissverständlichen Positionen, die aus Sicht der BÜB für Dr. Müller sprechen. In Überlingen gibt es mehr und vielleicht sogar wichtigere Probleme und Aufgaben, als der Erhalt der Platanenallee.

Herr Dr. Müller hat eine fundierte Ausbildung in Verwaltungsangelegenheiten und umfassende Erfahrung durch praktische Arbeit in Kommunalverwaltungen, bis hin auf europäischer Ebene. Er hat sogar über ein kommunalpolitisches Thema promoviert.
 

Als Lehrer und Pädagoge hat er zusätzlich die Fähigkeiten, Menschen zu führen und zu selbständigem Handeln anzuleiten, zuzuhören und zu entscheiden. Alles Fähigkeiten, die in einer Schulstadt wie Überlingen wertvoll sind und dringend wieder gebraucht werden.


Montag, 24. Oktober 2016

Nie soll mit grober Axt ein schimpflicher Grobian...

Vielleicht geht es jetzt gleich Ihnen so wie mir, als ich von einem Unterstützer eine email mit diesem Link zu Youtube erhielt. Ich bin begeistert!
Ombra mai fu - die Arie des Xerxes von Händel kennt fast jeder, aber auch den Text auf Deutsch?

"...nicht nur Walser, Goethe, Senner, auch Xerxes (Händel) hatte ein zärtliches Verhältnis zu Platanen (Ombra mai fu) ..."
Nie war der Schatten
einer Pflanze,
lieblicher und angenehmer,
süßer.
Schöne wachsende Smaragde,
Blätter zart und schön,
lästige Plagen
durch Wirbelwinde und Stürme
mögen euch nie den süßen Frieden trüben,
und auch der gierige Südwind möge euch niemals entweihen.
Nie soll mit grober Axt
ein schimpflicher Grobian
einen belaubten Zweig abhacken.
Und wenn er doch geschnitten würde,
soll doch einer bleiben, in einen Pfeil verwandelt
möge ihn Diana abschießen oder der blinde Gott.
Nie war der Schatten
einer Pflanze,
lieblicher und angenehmer,
süßer.

Samstag, 22. Oktober 2016

Nur noch 113.000 Ökopunkte

Nach einer verlangten Neubewertung der historischen Trockenmauer wurden die Ökopunkte für die gesamte Maßnahme neu berechnet. Es ergab sich eine Verringerung um knapp 7000 Punkte. Bei der Berechnung werden Pluspunkte für ökologische Verbesserungen den Minuspunkten für ökologische Verschlechterungen gegenübergestellt.
Für das Entfernen der Betonmauer im Bereich des ehemaligen Campingplatzes werden Pluspunkte errechnet, ebenso für die Umgestaltung des bisher versiegelten Bereiches vom Baugeschäft Graf. Massive Minuspunkte gibt es für das Fällen von 160 Bäumen.
In der Summe verbleiben jetzt nach der Neubewertung der Trockennmauer nur noch etwa 113.000 Ökopunkte. Was zunächst viel aussieht, ist aber gar nichts:
Wenn ein Landwirt nur 1ha Acker zu einer Streuobstwiese umgestaltet, erhält er dafür 120.000 Ökopunkte. Die gesamte Uferumgestaltung ist also noch weniger wert! Hätte man die Bäume belassen, nur die Betonmauer entfernt und den Boden entsiegelt, wäre ein deutlicheres Plus rausgekommen. So aber ist es nur ein ziemlich dürftiges Plus, was verbleibt. Kein Wunder, dass LGS Geschäftsführer Roland Leitner neuerdings davon spricht, dass die Erzielung von Ökopunkten nie das Ziel gewesen sei. Das klangt bei diversen Präsentationen bisher deutlich anders.

Erste Fotos vom Gemetzel

Wo es vor 2 Tagen noch so schön war...
Foto: Jürgen Gundelsweiler
Foto: Jürgen Gundelsweiler
...Sieht es jetzt so aus!



Während Bürger, die sich das Geschehen genauer anschauen wollen, gnadenlos vom Gelände verjagt werden, ließ man den Südkurier Fotos machen. Stolz präsentiert sich der LGS Geschäftsführer Roland Leitner neben den erlegten Großbäumen.
Stolz auf erlegte Großbäume: Roland Leitner  (c) SÜDKURIER Foto
Er klettert sogar auf den "wunderbaren" Granitwacken herum, die in zig LKW Ladungen aus Südtirol herangekarrt werden. Diese Zyklopensteine sollen die bestehende Uferbastion ersetzen. Link zu den Südkurier Fotos und Bericht.

Dazu passt diese Weisheit, die uns von einem BÜB Leser geschickt wurde:
Liebe Freunde der BÜB, wer den Befürwortern und damit Verantwortlichen für diesen Frevel bei kommenden Wahlen noch seine Stimme gibt, sollte sich dies vorher gut überlegen.

OB Kandidaten antworten

Die BÜB hatte an alle vier Kandidaten zur OB Wahl einige Fragen mit der Bitte um Beantwortung geschickt. Herr Dr. Müller, Frau Becker und Herr Zeitler (in der Reihenfolge des Eingangs) haben geantwortet.
(Ergänzung: Herr Kirchmann entschuldigte sich mittlerweile für sein Versäumnis und wird die Antworten noch schicken)
Hier kann man die Antworten nachlesen. Die Fragen nach der Rettung der riesigen Trauerweiden am Campingplatz haben sich leider mittlerweile durch die erfolgten Tatsachen erledigt.

Alle Bäume sind weg

Ludwig Köberle, an einer der frisch gepflanzten Trauerweiden, etwa 1953
Keine 24 Stunden hat es gedauert, bis nach der LGS  "Jubelfeier" alle Bäume im ehemaligen Campingplatz abgeholzt waren. Auch die mächtigen, bis zu 5 Meter im Umfang starken  Trauerweiden, bis auf eine alle tot. Viele Menschen standen gestern dort fassungslos, mit Tränen in den Augen.
Wir haben noch kein Fotos von diesem Naturfrevel, denn die dicken Stämme wurden unmittelbar nach der Fällung entsorgt. Aber wir bekamen ein anderes Dokument: Ludwig Köberle, langjähriger Stadtrat und Überlinger Urgestein, mittlerweile 79 Jahre alt, schickte uns ein Foto von etwa 1953/54.
Es zeigt ihn als 16 oder 17 jährigen jungen Mann, der an einer der frisch gepflanzten Trauerweiden lehnt.  Man muss sich das mal vorstellen: Da dauert es 62 Jahre, bis ein Baum so groß, mächtig und schön heranwächst. Ein Menschenleben lang. Und in wenigen Minuten ist er zerstört. Zum 1.Spatenstich haben kleine Kindergartenkinder geholfen, einen jungen Baum zu setzen. Optisch sieht er so aus, wie unsere Trauerweide oben. Bis dieser Baum die Größe und Schönheit der gefällten Trauerweiden hat, werden die kleinen Kunder fast in Rente gehen.

Freitag, 21. Oktober 2016

1. Spatenstich im Westpark

Aktionen, aber keine Gespräche mit der BÜB
Gestern nun fand mit einem Riesenspaten der erste Spatenstich für die LGS 2020 statt. Etwa 100 Besucher waren gekommen, darunter auch 15 Gegner der geplanten Baumfällungen. Während diese sich absolut ruhig zurück hielten, nicht störten und nur ihre Plakate zeigten, waren die Redebeiträge der Offiziellen sehr polemisch. Insbesondere Minister Hauk fand nicht die richtigen Worte, er verunglimpfte vielmehr die BÜB und die 3500 Bürger, die für das Bürgerbegehren zum Erhalt der Platanenallee und der Trockenmauer unterschrieben hatten.

Es hätte so schön sein können: Ein gemeinsamer Spatenstich mit allen Bürgern, wenn man nur schon frühzeitig im Rahmen von Gesprächen einen für alle tragbaren Kompromiss gefunden hätte. So aber wurde der bestehende Graben nur noch tiefer. Sehr geehrter Herr Minister: Ein Bürgerbegehren ist das demokratischste Mittel überhaupt, was den Bürgern zusteht. Das hat nicht mit Aktionismus a la Trump zu tun! Wer dieses Recht den Bürgern bestreitet, hat den Boden der Demokratie verlassen!
Ein Teil der 3100 Unterschriften zum Bürgerbegehren (Namen geschwärzt)

Proteste halfen nichts gegen Ministerpolemik

Eines der 30 kleinen  Bäumchen, die als Ersatz für 160 Riesen gepflanzt werden. Erst wenn die Kinder erwachsen sind, wird er ihnen Schatten spenden können

Der seltsame Top 5, update

In der Gemeinderatssitzung wurde bereits vor der Sitzung über den TOP 5 beraten. Frau Becker argumentierte wohl, dass die BÜB oft den Wunsch geäußert habe und sie dies als Antrag auffassen würde. Die Gemeinderäte waren da mehrheitlich gegen die Stimmen der LBU/Grünen anderer Meinung und empfahlen der OB dringend, es nicht auf eine öffentliche Niederlage ankommen zu lassen und sie möge den TOP 5.1 zurück ziehen. So geschah es dann auch.
Damit hat jeder künftige OB die Möglichkeit, nach seinen Vorstellungen einen "Runden Tisch" einzuberufen. Bei einer zu erwartenden - und von Frau Becker beantragten - Ablehnung des Runden Tisches hätte kein künftiger OB die Chance gehabt, so ein Gremium einzuberufen. Die BÜB bedankt sich ausdrücklich bei den Fraktionen CDU, SPD, FDP, LINKE, FWV/ÜfA für diese einzig sinnvolle Entscheidung.

Samstag, 15. Oktober 2016

Der seltsame TOP 5

Da soll also am kommenden Mittwoch um 17 Uhr der Gemeinderat über einen "Antrag der BÜB auf Einrichtung eines Runden Tisches" beschlossen werden, den es gar nicht gibt. Natürlich, die BÜB hat vielfach so einen Runden Tisch erbeten, verlangt, gewünscht, damit man versuchen kann, in einem Kompromiss eine für alle tragbare Lösung zu finden. Aber Frau OB Becker hat dieses jedes mal konsequent abgelehnt.
Warum nun lässt sie über einen nicht existenten Antrag abstimmen? In der Sitzungvorlage lehnt sie es wieder konsequent ab, bittet um Zustimmung des GR. Ist das eine Taktik, sich im aktuellen OB Wahlkampf  Rückendeckung für bürgerfeindliches Verhalten zu holen? Denn mit der so oft von ihr beschworenen Bürgernähe hat das nun wirklich nichts zu tun. Darüber reden kann man viel, aber sich an seine Zusagen (zu mehr Bürgerbeteiligung!)  zu halten, ist ein anderes Thema.

1. Spatenstich im Westpark

Die Stadt lädt ein zum 1.Spatenstich im Westpark. Das mutet zwar seltsam an, wenn man die gewaltigen Grabungs- und Abrissarbeiten im Bereich des ehemaligen Campingplatzes sieht, doch man will halt feiern. Vielleicht hatte der Herr Minister Hauk, der aus Stuttgart kommen will, auch keine Zeit vorher.
Wenn wir schon eingeladen sind, sollten die Freunde der BÜB natürlich auch kommen. Vielleicht in Trauerkleidung für die sterbenden Bäume? Oder zumindest einem schwarzen Trauerflor am Arm? Zeigen wird dem Herrn Minister doch auch mit dem einen oder anderen Plakat, was mindestens 3500 Bürger davon halten, dass für eine LGS 160 Bäume gefällt werden. Darunter eine unter Denkmalschutz stehende Platanenallee.

Termin: 20. Oktober, 14 Uhr, Eingang Campingplatz.

Nach fast 8 Wochen kam der Bescheid

Nahezu 8 Wochen - nach der Gemeinderatssitzung am 15.8.2016 - brauchte die Stadtverwaltung, um den schriftlichen Bescheid über die Ablehnung des Bürgerbegehrens erstellen. Am 7.10. geschrieben, traf er bei den Vertrauensleuten des Bürgerbegehrens am 10.10.2016 ein. Die BÜB vermutet eine Taktik als Grund für die lange Bearbeitungszeit. Denn man kann natürlich erst dann gegen einen Bescheid Widerspruch einlegen oder klagen, wenn der Bescheid vorliegt. So hat sich bewahrheitet, was Baubürgermeister Längin schon in einem Gespräch Ende August so formulierte: "Sie werden verstehen, dass wir es nicht eilig damit haben!". Das zum Thema Bürgernähe.
Wie auch immer, die BB wird gegen die unserer Meinung nach nicht zutreffenden Begründungen Widerspruch einlegen. Damit nicht vor Abschluss eine Rechtsmittelverfahrens "tabula rasa" gemacht werden kann, also vollendete Tatsachen durch Fällung von Bäumen, wird die BÜB auch einen Antrag auf einstweilige Anordnung beim VG Sigmaringen stellen.

Fragen an die OB Kandidaten

Die BÜB hat an die vier Kandidaten für die OB Wahl einige Fragen zum Thema Platanenallee, Trauerweiden und Uferbastion gestellt, mit der Bitte, diese bis zum kommenden Dienstag zu beantworten. Sie werden diese Antworten dann hier lesen können.

Die Fragen:

1. Wie werden Sie  als gewählte/r OB mit dem Willen der mindestens 3500 Bürger umgehen? Werden Sie deren Wunsch nach Erhalt der Allee und der Trockenmauer akzeptieren, gegebenenfalls einem Bürgerentscheid zustimmen?

2. Wie werden Sie auf den durch das Landesdenkmalamt mehrfach bestätigten Status der Platanenallee als Kulturdenkmal reagieren? Werden Sie der Forderung des LDA auf Erhalt zustimmen?

3. Sind Sie bereit, mit den Bürgern und der BÜB in eine offene Diskussion (runder Tisch) einzutreten, in der möglicherweise ein für alle vertretbarer Kompromiss gefunden werden kann?

4. Finden Sie es richtig, wenn für eine  Umgestaltung des Ufers im Bereich Campingplatz mindestens 10 riesige Trauerweiden gefällt werden, obwohl trotz vollständiger Umsetzung der Mommsenplanung dort mindestens 4-5 der Bäume stehen bleiben könnten?

5. Finden sie es richtig, dass die im mittelalterlichen Stil erbaute Uferbastion - mit dem einzigen auch für Kinder sicheren und barrierefreien Seezugang - zu Gunsten einer Gestaltung durch eine „Zyklopenmauer“ abgerissen werden soll?

Was berechnet eine Architektin?

Bereits 2012 machte die Architektin Frau Mommsen (Büro LA relais) ein Angebot für die Architektenleistungen für die LGS in Überlingen. Unklar ist, ob in den knapp 700.000€ netto auch schon das Honorar für die Promenadenumgestaltung enthalten ist. Wenn nicht, wird das Gesamthonorar etwa bei 1 Mio € liegen. Da die LGS GmbH solche Zahlen unter Verschluss hält, kann man nur Vermutungen aufstellen. Unkommentiert bleibt hier, ob sie dieses Honorar "verdient" hat oder nicht.

Dienstag, 11. Oktober 2016

Bäume und ihr Einfluss auf das Stadtklima

In einem sehr interessanten Referat sprach  Andreas Matzarakis über den Einfluss von Bäume auf dasStadtklima. Die "Kehler Zeitung", Magazin "Baden online" berichtet.
Ein Auszug (hier der ganze Text bei "Baden online", von Nina Saam)
"Doch Bäume werfen nicht nur Schatten. Sie speichern CO2, erhöhen durch Verdunstung die Luftfeuchtigkeit und filtern Schadstoffe aus der Luft, sie bieten Sicht- und Lärmschutz und tragen zur Erholungsqualität und dem ästhetischen Bild der Stadt bei. Anhand verschiedener Beispiele zeigte Matzarakis auf, wie stark die Stadtarchitektur das Mikroklima beeinflussen kann. So wurde eine Grünfläche an einem Platz in Freiburg gepflastert, was die gefühlte Temperatur um zehn Grad hochschnellen ließ. »Das sind zwei Wärmebelastungsklassen mehr«, warnte Matzarakis. In Valencia dagegen wurde eine Straße durch weiße, zwischen den Häusern aufgespannte Stoffbahnen abgeschattet. Die gefühlte Temperatur sank dadurch um zehn Grad.
Appell an Stadtplaner 
Er appellierte an die Stadtplaner, mit der Wissenschaft zusammenzuarbeiten. »Viele Infos sind bereits verfügbar«, sagte er. »Es gibt konkrete Zahlen, die die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen betreffen.« Auf die Frage eines Bürgers, wie viel CO2 denn ein 20 Meter hoher Stadtbaum speichere, hatte er allerdings keine Zahl parat. Das sei aber auch nicht sein Forschungsgebiet. »Mich interessiert die Zahl, wie viele Rentner wie lange in seinem Schatten sitzen und so dem Hitzestress entgehen können«, sagte er. Man könne mit einfachen Maßnahmen bereits viel erreichen - und Bäume gehörten definitiv dazu."


Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer, dass man es in der Überlinger Verwaltung, bei der LGS GmbH und im Büro LA relais lesen sollte.

Ein 100 Jahre alter Baum, was leistet er?

Ein 100 Jahre alter Baum leistet enorm viel, hier kann man es nachlesen:
Leistung eines 100jährigen
Wie viele Bäume ersetzen einen 100jährigen Baum?
Ein vollwertiger Ersatz mit notwendigen 2000 jungen Bäumen wird demnach pro gefälltem Riesenbaum etwa 250.000€ kosten.
In Überlingen sollen aber noch 115 solcher Riesen gefällt werden.Ein vollwertiger Ersatz würde also knapp 29 Millionen Euro kosten.

Lebensgefährlich

Was von den Planern von "freien Seezugängen" immer wieder ignoriert wird: Das Baden, insbesondere für ungeübte Schwimmer und Kinder, ist im Bereich des LGS Bürgerparks lebensgefährlich. Solange der Campingplatz da war und mit ihm viele "Aufpasser" war es noch vertretbar. In einem unbewachten Bürgerparks aber eben nicht mehr.

Unmittelbar vor dem Gelände fällt das Ufer extrem steil ab: Im östlichen Bereich senkrecht bis zu 60 Meter tief. Im Bereich des ehemaligen Campingplatzes ist die senkrechte Wand durch abgerutschtes Auffüllmaterial (vor dem Bau der Schutzmauer) durch eine sehr steile, extrem rutschige Halde ersetzt, die ebenfalls in große Tiefe führt.

Bis zu den aktuellen Bauarbeiten konnte man dort diese Schilder sehen. Man frat sich, ob diese dann zur LGS auch wieder aufgestellt werden. Die Versprechungen vom "freien Seezugang" mit Bademöglichkeit werden doch ad absurdum geführt!  Gleichzeitig wird der einzige barrierefreie und sichere Seezugang (Sand!)  mit der Bastion entfernt.

Donnerstag, 29. September 2016

Die Linden brauchen keine Heiligsprechung!

Architekt Jürgen Staud aus Salem befasste sich mit den zwei riesigen Linden, die bei einer Entfernung der Trockenmauer in Gefahr geraten. Er schreibt:

Muss die Natursteinmauer wirklich fallen ?

Die Untersuchung des vorhandenen Baumbestandes und seines Umfeldes auf dem künftigen LGS-Gelände war wohl doch etwas oberflächlich. Aber was hat die Mauer mit den Bäumen zu tun ?

Auf dem kleinen Grundstück östlich vor dem ehemaligen Campingplatz stehen zwei ca. 110 Jahre alte Sommerlinden die zwar nicht zum „Heiligtum“ erklärt wurden, wie Herr Sorms als Demeter-Landwirt und Gemeinderat der LBU / Grünen vor einigen Tagen bereits feststellte, doch sind sie im „Baumerhaltungsplan“ vom 24.5.16 immerhin als „besonders erhaltenswert“ bzw. „erhaltenswert“ eingestuft und beide zusätzlich als „Bäume mit Biotoppotential“ ausgewiesen. Bei ihren Größen von ca. 30 m bzw. 35 m Höhe und einem Kronendurchmesser von ca. 18 m bzw. 20 m braucht man hoffentlich nicht befürchten, dass sie bei der angekündigten Neukartierung durch die Stadtverwaltung durch das Raster fallen.

 Aber zurück zur Mauer. Diese steht ca. 4,20 m bzw. 5,40 m von den Linden in Richtung See entfernt. Linden haben eine Pfahlwurzel und zusätzlich weit ausladende Seitenwurzeln um dieses Riesenbiotop nicht nur zu versorgen, sondern ihm auch einen sturmfesten Stand zu geben. Beim Entfernen der heiß umkämpften Mauer und beim Geländeabtrag, egal ob für einen Flachufer- oder Steiluferbereich, verlieren die beiden als Naturdenkmal registrierten Linden, die mit ihren Kronen mind. 3,0 m über das Wasser ragen, ihre Standfestigkeit und werden Opfer einer unüberlegten Handlung. Aus den LGS Plänen ist zu ersehen, dass der abgeschrägte Uferbereich bis an die Baumstämme reichen soll.

Übrigens, die beiden Linden bilden zusammen mit einer ebenfalls sehenswerten, seitlich aus der Mauer wachsenden Zwillingspappel - mit ähnlichem Alter und 35 Meter Höhe - ein Trio, das aus Seesicht eine markante Landmarke darstellt.

Diese Tatsachen müssten doch auch eine LGS-Verwaltung sowie einen Gemeinderat einschl. Demeter-Landwirt umstimmen und zu einem Kompromiss und einem Teilerhalt der viel zitierten Natursteinmauer beitragen. Eine Besichtigung vor Ort ist jederzeit möglich, denn das Grundstück ist jetzt frei zugänglich. Ein alter, schön gewachsener Baum ist schon mit Respekt und Anerkennung zufrieden und benötigt keiner „Heiligsprechung“.  


Mittwoch, 28. September 2016

Robin Wood setzt sich für die Überlinger Bäume ein

Damit hätten nicht mal wir von der BÜB gerechnet: Die bekannte Umweltorganisation Robin Wood setzt sich für den Erhalt der Überlinger Platanenallee ein! Das Schreiben, dass an alle Stadträte und die OB ging, wurde auch uns zugespielt. Hier im Wortlaut:

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Becker,
sehr geehrter Gemeinderat der Stadt Überlingen,

in den letzten Wochen häuften sich bei uns in der Geschäftsstelle Anrufe von Menschen aus Überlingen, die sehr besorgt um die Veränderungen in ihrer Stadt sind, insbesondere bezüglich dem möglichen Fällen einer alten, denkmalgeschützten Platanenallee und dem Abbau der Trockenmauer im Rahmen des Umbaus für die Landesgartenschau 2020.

ROBIN WOOD e.V. ist eine gewaltfreie Aktionsgemeinschaft, die sich seit 1982 für den Schutz von Wald und Natur in Deutschland und weltweit einsetzt, und seit langem im Alleenschutz aktiv ist.

Es scheint uns höchst verwunderlich, dass gerade im Rahmen einer Ausstellung zu gelungenem Gartenbau und Landschaftsarchitektur alte kulturhistorische Stadtelemente mit großer Wichtigkeit für die Natur verschwinden sollen.

Alleen sind nicht nur landschaftsprägende Elemente, zu denen viele Menschen emotionale Erinnerungen und Bezüge haben, sondern gerade für die Kleinfauna höchst wichtig. Darüber hinaus bereichern sie in Städten durch den großen Erholungswert (Schattenspender), ihre Feinstaubfilterfunktion und frische Luft. Wir haben außerdem erfahren, dass hier streng geschützte Arten wie der Waldkauz gefunden wurden, und vermutlich mindestens drei Fledermausarten in den Bäumen ihre Wochenstuben haben.      

Die sich erwärmenden Gesteine und die kleinen Ritzen der Trockenmauern können einen seltener werdenden Lebensraum für Reptilien, Amphibien, Insekten und Kleinsäugetiere bieten. Nach unseren Informationen wurde auch die streng geschützte Rote Liste-Art Zauneidechse nahe der Trockenmauer beobachtet.

Wer sich mit Ökologie beschäftigt, weiß um die Wichtigkeit der Erhaltung von alten Ökosystemen und die große Relevanz kleinflächiger Räume für Pflanzen und Tiere. Bitte lassen Sie uns wissen, wie Sie den Bedenken vieler Bürgerinnen und Bürger und des Naturschutzes entgegenkommen wollen.

Mit freundlichen Grüßen

Jannis Pfendtner
Waldreferent, ROBIN WOOD e. V.

Antrag auf Ausweisung als Naturdenkmal

BÜB stellt Antrag auf Ausweisung als Naturdenkmal für die Trauerweiden

Da aus der Bevölkerung immer mehr ein großes Unverständnis darüber artikuliert wird, dass die ca. zehn mächtigen, bis zu 60 Jahre alten  Trauerweiden auf dem Campingplatz zusammen mit der im mittelalterlichen Stil errichteten Uferbastion entfernt werden sollen, fühlte sich die BÜB verpflichtet, auch für diese Bäume aktiv zu werden.  An der Uferbastion befindet sich zudem der einzig absolut sichere und barrierefreie Seezugang, der zu Gunsten einer Gestaltung mit riesigen Flussbausteinen (drei Meter hohe Zyklopenmauern) entfernt werden soll. Die BÜB sieht bei einem Erhalt der Trauerweiden und der Uferbastion keine Gefahr einer zeitlichen Verzögerung der Gesamtplanung. Was in diesem Jahr für die BuGa 2019 in Heilbronn möglich war, sollte bei einem Jahr mehr Zeit auch in Überlingen machbar sein. Dort wurden ebenfalls Platanen und Trauerweiden am Neckarufer gerettet, indem man die Planung änderte.

Die Trauerweiden sollen nach den Plänen von Frau Mommsen bis auf eine gefällt werden. Allerdings ist festzuhalten, dass selbst bei einer vollständigen Umsetzung ihrer Pläne mindestens 4-5 der Bäume im östlichen Bereich erhalten werden könnten. Laut Aussagen von Fachleuten ist es sogar möglich, die Weiden mit einem vertretbaren Aufwand umzusetzen. Weiden sollen sehr robust sein und so eine Verpflanzung schadlos überstehen können. So könnten sie nach  Entfernung der Betonmauer von 1950 in den dann entstandenen terrassierten Flachuferbereich wieder eingesetzt werden. Diese mächtigen und herrlich anzuschauenden uferprägenden Bäume sollten diesen Mehraufwand wert sein. Einige engagierte Bürger haben sogar schon angeboten, im Rahmen von Baumpatenschaften finanzielle Mittel für den Erhalt zu spenden. Um die Trauerweiden zu retten, hat sich die BÜB auf Drängen von Bürgern entschlossen, beim Landratsamt Friedrichshafen einen Antrag auf Ausweisung als Naturdenkmal zu stellen., verbunden mit einem Eilantrag, da die beabsichtigten Fällungen in Kürze beginnen könnten. Alle Trauerweiden sind im Landschaftspflegerischen Begleitplan als „erhaltenswerte Habitatbäume“ vermerkt. Die Größe der Bäume ist beachtlich. So ist der Umfang bis zu knapp 5 Meter, eine Höhe von bis zu 16 Metern und ein Kronendurchmesser bis zu 18 Metern genannt. Details zu den Bäumen im Antrag .
Diese Trauerweiden sollen fallen. Foto: Jürgen Gundelsweiler
Die BÜB weist nochmals darauf hin, dass im  Bereich der geplanten Terrassierungen das unbeaufsichtigte Baden sehr gefährlich ist, insbesondere für untrainierte Schwimmer und Kinder. Unmittelbar vor der jetzigen Hochwasserschutzmauer fällt die Halde extrem steil ab, der ganze Untergrund ist sehr rutschig. Solange der Campingplatz in Betrieb war, waren immer genügend Aufsichtspersonen vor Ort. Kinder konnten zudem sicher am Sandstrand der Uferbastion baden. Dieser war auch der einzig barrierefreie Seezugang. Alleine aus diesem Grund wäre es dringend anzuraten, die Uferbastion zu erhalten.

Montag, 26. September 2016

Versehentlich beschädigt...

Laut Naturschutzbehörde wurden bei Baggerarbeiten der Überlinger Firma Wörner für die Kanalverlegung auf dem ehemaligen Campingplatz die Wurzeln einer kräftigen Ulme angeblich so beschädigt, dass sie "aus Sicherheitgründen" samt Wurzel ausgerissen werden musste.
Wie man auf dem Foto eindeutig sieht, sind die Wurzeln "stark geschädigt". Wirklich? Oder wurde hier einfach ein Baum beseitigt, weil er im Weg war? Man stelle sich mal vor, was passieren würde, wenn so ein privater Auftraggeber handeln würde. Innerhalb der Schutzzeit, voll belaubt.
Die Überlinger Baumschutzsatzung erlaubt das nicht!

"Wurzel stark beschädigt" ?

Donnerstag, 22. September 2016

Frau Becker war im Urlaub

In der Bürgerfragestunde wurde Frau OB Becker gefragt, warum sie den seit Mitte Juni in der Verwaltung bekannt gewordenen Denkmalstatus der Platanenallee nicht bekannt gemacht hat, sondern erst nach einer Veröffentlichung Anfang August im Südkurier darüber gesprochen hat. Sie sei im Urlaub gewesen, als es bekannt wurde, meinte sie. Und vorher habe sie nichts davon gewusst. Diese Aussage kennen wir ja schon länger, nach wie vor bleibt aber die Frage: Warum wurde es ihr von Baubürgermeister Längin nicht gesagt? Eine Entscheidung mit dieser Tragweite sollte eigentlich der Verwaltungschefin mitgeteilt werden. Ein Überlinger Bürger hat auf jeden Fall in dieser Sache eine Kommunalaufsichtsbeschwerde eingelegt. Mal sehen, was das RP dazu erfährt.

Und gefragt wurde Frau Becker auch, warum sie noch immer nicht die Begründung für die abgelehnten angeblich fast 1100 ungültigen Unterschriften für das Bürgerbegehren vorgelegt hat. Das sei zu viel Arbeit für die Verwaltung, meinte sie. Aber da die Mindestzahl für das Bürgerbegehren ja trotzdem erreicht wurden, sei es doch eigentlich egal. Ja, eigentlich. Aber die Bürger, deren Unterschrift aus irgendwelchen Gründen nicht anerkannt wurden, wüssten schon gerne, warum dies so ist. Und weil die Verwaltung es nicht begründen will oder kann, wird die BÜB weiterhin von fast 3500 Unterschriften sprechen: 3088 wurden übergeben und gut 400 kamen nachträglich noch dazu.

Gesetze sind für alle da

Auch für Rathäuser, sollte man meinen.
So gibt es eine Schutzzeit für Bäume, in der sie nicht gefällt werden dürfen. Das steht im Gesetz, das steht sogar in der Überlinger Baumschutzsatzung.
Trotzdem wurde nach unseren Informationen heute auf dem Campingplatz ein erster Baum gefällt. Es soll kein kleiner gewesen sein.
Da muss man schon fragen, mit welcher Genehmigung das passierte. Wahrscheinlich alles legal: Bauamt Überlingen beantragt eine Sondergenehmigung bei der unteren Naturschutzbehörde. Die ist auch im Rathaus Überlingen. Für beide Ämter ist Frau Becker die Chefin. Also alles legal!?

Jetzt stelle man sich mal vor, der Antragsteller wäre nicht ein Überlinger Amt, sondern ein privater Bürger. Wie würde dann vermutlich so ein Antrag beschieden? Richtig: Warten, bis die Schutzzeit endet! Und dann muss noch sehr ausführlich begründet werden, warum dieser Baum weg soll.

Mittwoch, 21. September 2016

Wachsweich

In einem Südkurier Artikel erklärt Frau Becker, dass die Bäume der Platanenallee kaum noch im Oktober oder November gefällt werden, weil sie nach den Auflagen des Denkmalamtes erst umfassend dokumentiert werden müssen. Aber eine eindeutige Zusage, wie von der BÜB gefordert, ist das nicht. Die BÜB erwartete eine eindeutige Erklärung, dass vor einem Abschluss eines Gerichtsverfahrens keine Bäume der Allee gefällt werden.

Sie versteckt sich hinter dem Gemeinderat, der aber in der aktuellen Tagesordnung der Sitzung am 21.9.2016  keinen Punkt zu diesem Thema findet. Sie will es also gar nicht entscheiden lassen. Und somit ist auch ihre Aussage im Südkurier  nichts wert. Die BÜB wird daher die einstweilige Anordnung beantragen.

In dem kleinen Kasten "Zahlen" schreibt der Südkurier über die Anzahl der Unterschriften. Dazu erklärt die BÜB nochmals: Es wurden an Frau Becker 3088 Unterschriften übergeben. Nach der Abgabe kamen noch etwa 400 nachgereichte Unterschriften hinzu. Die Stadt ließ die Unterschriften (angeblich von den städtischen Lehrlingen) prüfen. Es wurden etwa 1100 als ungültig erklärt. Bis heute aber hat die Stadt trotz mehrfacher Aufforderung diese Ablehnungen weder begründet oder dokumentiert. Im Interesse der Bürger, die wissen wollen, warum ihre Unterschrift ungültig sein soll, fordern wir die Stadt auf, endlich eine Dokumentation vorzulegen! Bis dies zweifelsfrei eine anerkannte Zahl gibt, wird die BÜB von 3500 Unterschriften sprechen.


Dienstag, 20. September 2016

LBU will Bäume fällen

Die LBU (Liste für Bürgerbeteiligung und Umweltschutz) im Stadtrat will am Fällen der Bäume für die LGS festhalten. Das erklärt Stadtrat Walter Sorms heute in einem Südkurier Interview.
Er will angeblichen Bürgerwillen umsetzen, das sei seine Aufgabe als Stadtrat. Ist es wirklich Bürgerwille, was hier passieren soll?

„Bäume sind keine Heiligtümer“ sagt Herr Sorms. Teilweise mag er Recht haben, so ist sein Tisch oder Bodenbelag  (hoffentlich) aus ökologisch nachhaltigem Holzanbau gefertigt worden. Kein Bürger hat jedoch 2013 das Fällen von 200 Bäumen (45 davon sind schon weg) im Bürgerpark und an der Promenade gewollt! Für eine Gartenschau sollen Bäume fallen , die größtenteils sogar unter Denkmalschutz stehen? Beim LDA wurde erkannt, über welche kulturhistorisch wichtigen Schätze Überlingen verfügt, aber die heimischen Entscheidungsträger bleiben unbelehrbar.  Mindestens 3500 Bürger haben es zornig verstanden: Bäume mit fast 5 Meter Umfang und bis zu 35 Meter Höhe werden gefällt, um durch  6 cm Stämmchen aus der Baumschule ersetzt zu werden. Die wenigsten davon werden im LGS Gelände gepflanzt, die meisten in den städtischen Randbezirken oder in den Ortsteilen.

Alles für eine Architektenideologie, die Bäume nicht will: Frau Mommsen sollte vor einigen Jahren die Umgestaltung der Forsthochschule(!) Rottenburg planen. Nach ihrem Willen sollten alle Bäume weg, alle Grünflächen versiegelt werden. Auch dort plante sie ein „Ambiente wie die Piazza in Siena“.  Das aber wollte man gar nicht, den Auftrag bekam ein anderes Büro. Bei uns: Von 28 Büros wollten 27 die Allee erhalten, nur die Gewinnerin nicht. Zum Glück konnten wir unsere Promenadenbäume und die Kastanien am Chantilly Platz noch vor diesem Wahn retten. Zehn der mächtigen Trauerweiden am Campingplatz sollen in Kürze fallen. Mindestens die Hälfte könnte selbst bei unveränderter Planung problemlos erhalten bleiben. Doch sie passen nicht in die Ideologie.
Statt unter dem herrlichen Schatten der Allee mit integrierten Seezugängen sollen Radler künftig eingezwängt zwischen Bahn und Straße schattenlos rollen. Den bisher einzigen sicheren Badeplatz an der Uferbastion, barrierefrei und kindgerecht, einer weiteren Ideologie für Zyklopensteine zu opfern, hat nichts mit Heiligtum zu tun. Das ist, Entschuldigung, extrem teurer planerischer Schwachsinn. Den Traum vom freien Baden in diesem Bereich sollte man schnellstens austräumen. Das ganze Gebiet ist wegen der extrem steilen Unterwasserlandschaft für ungeübte Schwimmer lebensgefährlich.

Herr Sorms, erfüllen Sie das B und  das U in LBU mit Taten. Dafür sind Sie mal angetreten.

Freitag, 16. September 2016

Der Fällvirus "Chlorophyll-Phobie" breitet sich aus

Auch in Offenburg sollen mitten in der Stadt mehrere riesige Platanen am Kronen Platz gefällt werden: Um mehr Platz für Autoparkplätze zu schaffen, wie man liest. Auch dort gibt es eine Oberbürgermeisterin, einen Gemeinderat und eine Architektin, die vom Fällvirus ("Chlorophyll-Phobie") befallen zu sein scheinen.
Ein Leser schreibt in einem Beitrag für die Badische Zeitung ein Zitat des großen Naturforschers Alexander von Humboldt (1769-1859): "Habe Ehrfurcht vor dem Baum! Er ist ein einziges großes Wunder, und euren Vorfahren war er heilig. Feindschaft gegen den Baum ist ein Zeichen von niederer Gesinnung!" Dem ist absolut nichts hinzuzufügen. Zum Glück werden immer mehr der Überlinger mittlerweile resistent gegen die Chlorophyll-Phobie.

Donnerstag, 15. September 2016

BÜB setzt der Stadt eine Frist

Nachdem es die Verwaltung nicht fertig gebracht hatte, innerhalb von 4 Wochen nach dem Ablehnungsbeschluß durch den Gemeinderat darüber der BÜB einen Bescheid zuzustellen, hatte der Anwalt der BÜB vor einigen Tagen eine Frist bis zum 16.9. gesetzt. Nur gegen einen Bescheid kann Klage erhoben werden. In dieser Zeit solle die Stadt entweder den Bescheid versenden oder verbindlich erklären, dass bis zu einer gerichtlichen Klärung der Ablehnung keine Bäume gefällt werden.
In einem sehr kurzen Schreiben teilte der Leiter des Fachbereiches 1, Herr Wiedemer-Steidinger mit, dass der Bescheid "innerhalb der nächsten zwei, drei Wochen" zugestellt werde. Auf die Bitte nach einem verbindlichen Aussetzen der ab 1.10. möglichen Fällaktionen ging er nicht ein.

Da die BÜB mit dieser unverhohlenen Hinhaltetaktik nicht einverstanden ist, wird in der kommenden Woche Klage beim Verwaltungsgericht erhoben, verbunden mit einem Antrag auf einstweilige Anordnung, dass bis zu einer endgültigen Klärung keine Bäume gefällt werden dürfen.

Durch diese notwendigen Maßnahmen wird es natürlich zu Verzögerungen des von der LGS GmbH geplanten Bauablaufes kommen. Diese Verzögerung ist allerding nur dem unverantwortlichen Verhalten der Oberbürgermeisterin und dem Baubürgermeister Längin zuzuschreiben. Verantwortlich dafür sind allerdings auch die Gemeinderäte, die sich jeder Diskussion über einen Kompromiss verschließen und das Bürgerbegehren abgelehnt haben.

Mittwoch, 14. September 2016

So etwas nennt sich Bürgerforum?

Am Dienstag hatte die Stadt zum 3. Bürgerforum zur Promenadengestaltung eingeladen. Der Kursaal war spärlich besetzt, deutlich weniger Bürger als zuvor waren gekommen. Frau OB Becker begrüßte und gab erwartungsgemäß zunächst ein ausführliches Statement zur Platanenallee, zum Denkmalschutz  und zum abgelehnten Bürgerbegehren ab. Dann wurde darauf hingewiesen, dass dieser Abend sich nur um die Promenadengestaltung drehe, andere Beiträge zu anderen Bereichen seien nicht erwünscht.
Ein Bürger bemerkte daraufhin, dass in früheren Verlautbarungen Stadt und LGS GmbH immer gesagt wurde, dass mit der Umgestaltung die längste Promenade am See entstehen würde-bis hin zur Goldbacher Kapelle. Also sei dort auch noch Promenade. Dafür gab es kräftigen Applaus, aber es es half nichts: Alle kritischen Fragen wurden abgeblockt. Lediglich Verständnisfragen zu den von Frau Mommsen gezeigten Plänen waren zulässig.
Gegen Ende gab es nochmals Versuche der BÜB, das Thema auf die Platanenallee und den dafür bekannt gewordenen Denkmalschutz zu bringen. Herr Längin tobte am Mikrofon und teilte mit, man könne die Veranstaltung sofort beenden, wenn man sich nicht an die Spielregeln (der Verwaltung) halten würde. Daraufhin verließen die Sprecher der BÜB den Saal. Es macht keinen Sinn, sich in Alibiveranstaltungen die Zeit totzuschlagen, wenn keinerlei Diskussion erwünscht ist. Der SÜDKURIER berichtet.

150 Meter Unterschriften

150 Meter Banner mit über 3000 Unterschriften  Foto: Stef Manzini
Trotz strahlend heißem Sommerwetter kamen doch rund 70 Überlinger Bürger, um mit der BÜB den Denkmalstatus der Platanenallee zu feiern. "Gemeinsam Denkmäler erhalten" war das Motto der landesweiten Aktion für Denkmäler. Leider beabsichtigt die Stadt Überlingen und die LGS GmbH, dieses Denkmal trotz der Schutzstellung zu entfernen.
Etwa 3500 Überlinger haben sich in nur gut 2 Wochen per Unterschrift unter das Bürgerbegehren für den Erhalt der Allee eingesetzt. Martin Walser, Bürger von Überlingen, hat sich ebenso wie ein sehr hochrangiger ehemaliger Landespolitiker  in einer Stellungnahme für den Erhalt ausgesprochen. Alles vergeblich, die OB will die Bäume fallen sehen. Am besten noch, bevor sie am 9.10. zur OB Wahl antritt.
Unterstützung beim Hochhalten des 150 Meter langen Banners erhielten die BÜB Freunde durch den OB Kandidaten Dr. Georg Müller und die Bundestagsabgeornete Frau Annette Groh.
150 Meter Unterschriften zur Rettung der Platanenallee

In einer von der Kunstpädagogin Barbara Gittner organisierten Malaktion wurden von Kindern und Erwachsene beeindruckende Kunstwerke geschaffen, die die Platanenallee aus sehr unterschiedlichen Sichtweisen zeigen. Auch der SÜDKURIER berichtete.

Montag, 12. September 2016

Kämpft für die Trauerweiden und die Uferbastion !

Liebe Freunde der BÜB, für die Platanenallee und die historische Ufermauer sehen wir noch sehr gute Chancen zur Rettung. Nicht nur auf Grund der Tatsache, dass sie unter Denkmalschutz gestellt wurde. Aber für die herrlichen Trauerweiden und die
Dank an Jürgen Gundelsweiler für die zwei schönen Fotos!
markante Uferbastion wird es sehr eng. Nach unseren Informationen hat ein bekanntes Überlinger Bauunternehmen bereits den Auftrag erhalten, die Gebäude abzureissen. Auch  die Ausschreibung der Baumfällung ist abgeschlossen. Ab Oktober dürfen die Trauerweiden gefällt werden!
Da hilft jetzt nur noch massiver Protest! Schreiben Sie Frau OB Becker, dass Sie ihr die Stimme zur OB Wahl verweigern, sollte sie sich nicht für ein Umdenken einsetzen!

Am Dienstag um 19 Uhr  ist so ziemlich die letzte Chance. Erheben Sie ihre Stimme während der Bürgerversammlung im Kursaal! Was Sie für die 49 Bäume der Promenade geschafft haben, wäre auch noch für die Trauerweiden möglich!

Der ehemalige Campingplatz ist entgegen allen Versprechungen der Stadt fest verschlossen, denn die Stadt und LGS will verhindern, dass sich die Bürger in diese wunderbaren Bäume und in die Uferbastion mit dem einzigen sicheren und barrierefreien Seezugang "verlieben". Gehen sie hin, verlieben Sie sich! Und kämpfen Sie für den Erhalt, gegen die Vernichtung dieses schönen Fleckchens, gegen die grausige unbegehbare Zyklopenmauer, die stattdessen dort entstehen soll.